Neues aus dem Lesekreis 55plus

Moers, 07. Oktober 2018

Liebe Lesefreunde,

ich nutze diesen wahrhaft goldenen Oktobersonntag, um Sie in die goldene Region  unserer Leseerlebnisse und –phantasien zu entführen: Georgien mit dem Kaukasus.

Ob wir nun das goldene Vlies mit Jasons Argonauten im antiken Kolchis suchen oder die goldenen Trauben in den Rebhängen Kachetiens pflücken, ob wir uns mit Rustawelis Parder-Recken von den Goldschätzen Arabiens und Indiens blenden oder von der goldenen Stimme Anita Rachvelishvilis in die Welt der dramatischen Oper entführen lassen, Anregungen für solche „Kopfreisen“ gibt es zuhauf. In Zeitungen, im Radio und Fernsehen steht georgische Kultur z.Zt. auf den vorderen Rängen.

Beim letzten Treffen hatten wir uns einen ersten Überblick verschafft. Wir haben dank Herrn Taniyan die türkisch besiedelte Provinz Adscharien mit ihrer Hauptstadt Batumi am Schwarzen Meer kennengelernt. Im späten 16. Und bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts wurden Adscharien wie Abchasien mit Westgeorgien zu Teilen des Osmanischen Reichs, in dem viele Bewohner zum Islam konvertierten. 1878 wurde es im Berliner Kongress Russland zugeschlagen, das sich bereits seit 1801 das übrige georgische Reich einverleibt hatte. 1918 kam es an die Türkei, 1920 an die Sowjetunion. Heute hat es den Status einer Autonomen Republik im georgischen Staatswesen. In seiner wechselvollen Geschichte spiegelt sich die ethnische, religiöse und politische Vielfalt der kaukasischen Völker wieder.

Einen guten Einblick in diese Welt geben die von Martina Röttger empfohlenen „Onkel Sandro“ Erzählungen von Fasil Iskander. Der abchasische Dichter und Schriftsteller (1929 – 2016) erweckt in den Menschen von „Tschegem“ seine von Bauern, Hirten und Kolchosfunktionären bewohnte, in alten strengen Traditionen behaftete Heimat zum Leben. Liebevoll zeichnet er auch seine skurrilen Typen. Er zeigt, wie im Kleinen die Überwindung sowohl „althergebrachter“ wie auch neu diktierter Regeln und Gesetze, von patriarchalischen Schranken, religiösen und ethnischen Vorurteilen möglich ist; sei es durch beharrlichen Widerstand, sei es durch geschmeidige Anpassung, sei es durch ironische Überhöhung. Auch in seinen Karikaturen verlieren die Dargestellten nicht ihre Menschlichkeit. Kurzweilig erzählt behält jede Episode trotz vielfacher Abschweifungen ihren inneren Spannungsbogen – empfehlenswert!

Den zweiten Band des Tschegem-Zyklus „Der Hüter der Berge oder Das Volk kennt seine Helden“ stelle ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich habe auch ein Werk des georgischen  Nationaldichters Ilia Tschawtschawardse (1837 – 1907), von dem Herr

Tanyan berichtet hatte, erworben. Die Groteske „Die vertauschte Braut“ kann ich aber nicht empfehlen. Selbst aus verarmtem georgischem Fürstenhaus stammend, schildert der heilige „Ilia, der Rechtschaffene“ (Tschawatschadse wurde von der georgischen orthodoxen Kirche 1987 zum Heiligen erklärt) hier das friedliche Leben eines einfältigen, faulen und verfressenen Fürstenpaares, das die Scheidung von Reichen und Armen, Adligen und Leibeigenen für gottgegeben hält. Ilia selbst teilte seinen ererbten Grundbesitz unter den Leibeigenen auf und war, wie auch sein ebenfalls altem georgischen Adel entstammender Schriftstellerkollege Akaki Zereteli (1840 – 1915) Führer der nationalen liberalen und sozialreformerischen Bewegung. Beschattet von der zaristischen Geheimpolizei, kritisiert sowohl von seinen konservativen Adelskollegen wie auch von der sozialistischen Opposition, war seine Ermordung durch unbekannte Attentäter für seine Landsleute eine nationale Tragödie.

Die will ich heute nicht beweinen, sondern statt dessen das hundertjährige Jubiläum der ersten georgischen Republik mit einem guten georgischen Wein feiern, einem Konzert der georgischen Geigerin Lisa Batiashvili lauschen und mich auf unser nächstes Treffen

am Montag, dem 29. Oktober um 19 Uhr im Gemeindehaus

freuen.

Ihr Wolfram Reutlinger

 

Nachlese zum Camp 66

Wie ein guter Wein, der gehegt und gepflegt werden muss, um gute Werte zu erzielen, so sollte auch unser Camp für unsere Senioren im nächsten Jahr gut vorbereitet werden.

Dafür gab es eine Nachbesprechung im Otto-Vorbeck-Haus in Wesel. Hier wurden alle Vorhaben für das neue Camp 66 im nächsten Jahr besprochen.

2018 Gruppenbild Camp 66; Foto: Rolf Raskopf

Mit mehr als 12 Leuten aus dem Camp reisten wir nach Wesel, um unsere Erfahrungen auszutauschen. Ein lustiger Nachmittag begann. Vieles wurde für gut befunden, was wir gemacht hatten, aber es gaben auch Anregungen, was wir im nächsten Jahr noch besser machen könnten.

Da gab es die unterschiedlichsten  Vorschläge von Ballspielen bis hin zur Sitzgymnastik. So sollen für ältere Teilnehmer mehr Angebote ins Programm aufgenommen werden.

2018 Gruppenbild Camp 66 Paddeln auf der Lippe; Foto: Rolf Raskopf

Ein toller Vorschlag war auch eine Kanutour für ältere Menschen auf der Lippe zu fahren. Diesen Vorschlag haben wir hier in Wesel sofort in die Tat umgesetzt. Unsere älteste Teilnehmerin war dabei 87 Jahre und mehr als die Hälfte an die 80 Jahre. Mit einem guten Steuermann im Boot und strahlendem Sonnenschein machten wir 8 Teilnehmer uns auf eine Traumfahrt auf der Lippe. Schon nach kurzer Zeit brach die Begeisterung im Boot aus. Es war ein Lachen, glückliche Gesichter zeigten an, es war richtig diese Kanutour zu machen.

2018 Paddeln auf der Lippe, Foto: Rolf Raskopf

Unsere älteste Teilnehmerin im Boot konnte es kaum fassen, dass sie es noch einmal erleben durfte, mit 87 Jahren auf der Lippe zu paddeln.

Mit vielen neuen Ideen beendeten wir die Nachbetrachtung.

Mit den Worten, dann bis zum nächsten Camp 66 fuhren wir frohen Mutes nach Hause.

Euer Rolf Raskopf

55-PLUS: „Camp 55+“, Zeltprojekt für Menschen über 55 Jahren Sendung vom Netzwerk 55plus! aus Meerbeck

Eine ungewöhnliche Freizeit, den Mut haben, wieder etwas auszuprobieren, das war das Ziel des Zeltlagers in Sevelen, des Interkulturellen Nachbarschafts-Netzwerkes 55+ Moers Meerbeck. Auch eine 85jährige machte mit. Was die Moerser Seniorinnen und Senioren erlebten, hat ihnen großen Spaß gemacht!
NRWision ist ein nicht-kommerzielles Angebot, das von der Landesanstalt für Medien NRW gefördert wird.
Ab dem 22. Oktober gibt es bei NRWision eine Themenwoche „Leben im Alter“. Bis dahin werden dazu noch weitere Beiträge aus dem vhs-Bürgerfunkstudio Moers dort zu hören sein.

Autorin: Christel Kreischer, vhs-Bürgerfunkstudio Moers

Kümmerertreff der besonderen Art

Einmal im Monat treffen sich die sogenannten „Kümmerer“ vom Interkulturellen Nachbarschaftsnetzwerk 55plus im Gemeindehaus Meerbeck. Kümmerer, das sind Frauen und Männer, die aktiv und kreativ im Netzwerk ehrenamtlich mitwirken.

Die Tagesordnungspunkte, die unser Projektkoordinator Wolfgang Angerhausen jeweils festlegt, umfassen im Wesentlichen einen allgemeinen Informationsaustausch, ein Resümee über umgesetzte Aktionen und Projekte, evtl. Komplikationen in den einzelnen Kursen/Gruppen, neue Ideen/Impulse zum Verwirklichen, Verbesserungsvorschläge etc.

Kümmerertreff im Garten, Foto: privat

Jedoch am Montag, 28. August, gab es um 14.00 Uhr ein “special meeting“, und zwar im Schreber- garten von Hatice und Abdullah Kardaş. – War das eine Freude! Ein kleines grünes Paradies bei herrlichem Wetter wurde uns geboten – Karsilama!

Nachdem die Regularien abgewickelt waren, ging‘s zum gemütlichen Nachmittag über.

Der Holzkohlegrill wurde mit kräftig gewürzten Geflügelwürsten und Köfte bestückt, herzhafte Salate aufgetischt und ein aromatischer türkischer Tee gereicht. Darüber hinaus gab es für die Naschkatzen leckeren Kuchen und eine köstliche  Wassermelone.

Doch das war noch nicht genug: Abdullah pflückte uns reife süße Pflaumen vom Baum. (Somit sparten wir daheim unser Abendessen.)

Bei lockerem Geplauder ging der Nachmittag ‘leider‘ viel zu schnell herum. Teşekkür ederim, liebe Hatice, das war eine fabelhafte Idee von dir! Könnten wir diese Zusammenkunft im nächsten Sommer wiederholen?

Maastricht eine Stadt in den Niederlanden.

Maastricht - Maastricht Name
Maastricht – Maastricht Name, Foto Rolf Raskopf

Maastricht ist eine der schönsten Städte der Niederlande. Mit 125 tausend Einwohnern. Maastricht liegt nur 25 km hinter der holländischen Grenze, an der schönen Maas. Heute machen, meine Frau und ich einen Tagesausflug nach Maastricht. Die Sonne lacht vom Himmel. Am Treffpunkt wo der Bus uns auf nimmt, sehen wir nur fröhliche Gesichter. Punkt acht Uhr steuerte unser Bus die Autobahn an. Mit gemischten Gefühlen fahren wir dem Ziel entgegen.

Maastricht-Brücke-über-die-Maas, Foto RolfRaskopf

Unsere Reiseleiterin Helga informierte uns  im Bus über den Tagesablauf in Maastricht. Nach gut 1,5 Stunden, mit einer Pause, erreichten wir frohgemut unseren Parkplatz in Maastricht. Nun begann der erste Teil von einem super schönen Tag. Es ging zur Anlegestelle, wo wir an Bord eines Schiffes gingen für eine Fahrt auf der Maas. Es war ein tolles Erlebnis die Maas zu befahren. Der Lautsprecher an Bord erzählte uns vieles über den Fluss und seine Umgebung.

Maastricht-Elektromobil, Foto Rolf Raskopf
Maastricht-Elektromobil, Foto Rolf Raskopf

Nach der Rückkehr wartete auf unsere Reisegruppe das Solarbähnchen. Eine Besonderheit ist, das alle Dächer des Zuges mit Solarzellen bestück sind. Durch diesen Vorteil sahen wir in Maastricht nicht nur alle berühmten Gebäude, nein diese Bahn fuhr auch durch den Schlosspark von Maastricht. Entlang der alten 12 km langen Stadtmauer rauschte unser Bähnchen gemächlich so dahin. Bis er plötzlich vor einer Statue stand.

 

Maastricht-Musketier-Statue
Maastricht-Musketier-Statue, Foto: Rolf Raskopf

Verdutzt schauten alle nach draußen, ein Denkmal sprang uns ins Gesicht. Es zeigte uns einen der vier Musketiere ( D`Artagnon) er soll hier begraben sein. Nach dem Ende der Stadtrundfahrt lagen nun 3 Stunden Freizeit vor uns.

Maastricht - Saint Servaas Brücke über die Maas
Maastricht – Saint Servaas Brücke über die Maas, Foto Rolf Raskopf

Mit dem Blick auf die alte Brücke, Saint Servaasbridge erbaut 1934. Sie verbindet beide Uferseiten der Maas. Von hier aus habe ich mit meiner Frau den Rundgang durch Maastricht gestartet. Für die Führung hätte ich mir keine bessere Reiseführerin wünschen können. Meine Frau war im Mai schon mal hier gewesen, besser kann es ja nicht gehen. Die Maas nun im Rücken machten wir beide uns auf, das Abenteuer Maastricht zu erleben. Unser erstes Ziel war die gotische Kirche Dominicanen. Diese Kirche wurde entweiht und verkauft. Hier fanden Boxkämpfe oder Automobil Ausstellungen statt.

Maastricht-Kirche-als-Kaufhaus-1, Foto: Rolf Raskopf

Geschäftsleute kauften die Kirche auf, bauten eine riesige Bücherei in diese Kirche ein. Es ist die größte Bücherei Hollands. Am Ende vom Kirchenschiff wo einst der Altar stand, fiel uns ein schönes Cafe auf. Es lud zum verweilen ein.

Maastricht-Kirche-als-Kaufhaus-2, Foto: Rolf Raskopf

 

Vom Kaffee und Kuchen gestärkt, machten wir beide weitere Streifzüge durch Maastricht. Es gab noch viel zu sehen, die wenige Zeit flog so dahin. Beschaulich und schön sind die alten Kirchen.

Maastricht-Jaans-Kirche, Rolf Raskopf

 

Die Janskirche mit dem roten Turm. Der rote Turm passt gut ins Stadtbild. Die Mühe die vielen Stufen bis zur Plattform rauf war anstrengend, aber der Blick über Maastricht war es wert. Nun haben wir keine Zeit mehr.

 

 

Maastricht-Fussgängerbrücke, Rolf Raskopf

Ein kurzer Blick noch zurück zur Fußgängerbrücke, im Café noch schnell ein Eis und die Abreise stand an. Ja was soll ich sagen: ich habe einen ganz tollen Tag mit meiner Frau  verbracht. Nach Maastricht muss ich  noch mal hin. Die lange Stadtmauer wartet noch auf mich.

Hier bin ich Mensch, hier kann ich´s sein

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Bitte vormerken:

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Drei Tage in die Eifel Monreal und
die Farben des Herbstes erleben.

Vom 29.10. bis zum 31.10.2018
fahren wir nach Monreal

vom Parkplatz an der ehemaligen
Johannes-Kirche
Bismarkstr. / Ecke Römerstr.

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Frühstück im  Netzwerk-Café 55plus am

Dienstag, den 13. November 2018 , 09:00 Uhr

im Gemeindehaus
der ev. Kirchengemeinde Meerbeck

Bismarckstr. 35b, 47443 Moers

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DRK – Blutspende am

Freitag,  den 18. Januar 2019, 15:00 Uhr – 18:30 Uhr

im Gemeindehaus
der ev. Kirchengemeinde Meerbeck

Bismarckstr. 35b, 47443 Moers

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Die Evangelische Kirchengemeinde und  das Netzwerk 55plus Meerbeck  laden ein zum  Tanztee am

Sonntag, den 20. Januar 2019, ab 15:00 Uhr

ins Gemeindehaus
der ev. Kirchengemeinde Meerbeck
Bismarckstr. 35b, 47443 Moers

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