Sicherheit im Quartier

Der Enkeltrick und andere Betrügereien!

Im Rahmen der Vortragsreihe „Königsgruber Gespräche“  war Herr KHK  Andreas Golob am 8. November 2017  ein weiteres mal Gast im  Quartier Röhlinghausen. Er ist Experte für Prävention und Opferschutz.

Gut besucht war der Speisesaal im Altenhilfezentrum des DRK und erwartungsvolle Neugier war zu spüren, während alle darauf warteten, was Herr Golob berichten wollte.

Enkeltrick – was ist das?

Viele Seniorinnen und Senioren werden Opfer von Betrug – der so genannte „Enkeltrick“ ist eine besonders perfide Form davon.

Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist älteren und allein lebenden Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld.

Durch diese Methode versuchen sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an deren Wertgegenstände, bevorzugt Bargeld, zu gelangen.

Sie schildern ausgedachte Notlagen, wie z.B.  Autounfälle, Geldnot wegen Haus- oder Wohnungskauf, hohe Arzt- oder Anwaltskosten usw.

Sie bitten darum, in diesen schlimmen Situationen zu helfen. Dabei handelt es sich immer um finanzielle Unterstützungen in Höhe von mehreren tausend Euro. Meist wird zuerst gefragt, ob die Bargeldsumme auch sofort zur Verfügung steht.

Wenn das nicht der Fall ist, sollen die älteren Mitbürger überredet werden, zur Bank zu gehen und das Geld vom Konto oder vom Sparbuch abzuheben. Dann wird erklärt, dass man persönlich nicht in der Lage ist, selbst vorbeizukommen, um das Geld abzuholen und deshalb einen guten Freund oder Bekannten schicken wird, der das Geld in Empfang nimmt.

Hilfreiche Tipps der Polizei

  • Nicht am Telefon ausfragen lassen.
    Geben sie keine Details Ihrer familiären oder finanziellen Verhältnisse preis.
  • Nicht unter Druck setzen lassen.
    Lassen sie sich von einem Anrufer nicht drängen. Vereinbaren sie einen späteren Gesprächstermin. Überprüfen sie in der Zwischenzeit die Angaben z.B. durch einen Anruf bei ihren Verwandten.
  • Vereinbaren sie einen Rückruf.
    Rufen sie die oder den „ Verwandten“ zurück. Verwenden sie dazu die ihnen bekannte Telefonnummer- nicht aber die Nummer, die die Anruferin oder der Anrufer ihnen möglicherweise gegeben hat. Notieren sie sich die eventuell auf dem Sichtfeld ihres Telefons angezeigte Nummer des Anrufers.
  • Nehmen sie Rücksprache mit Vertrauenspersonen.
    Bevor sie jemanden mit Geld zu helfen versprechen: Besprechen sie die Angelegenheit mit einer Person ihres Vertrauens. Wenn ihnen die Sache „nicht geheuer ist“, informieren sie bitte ihre örtliche Polizeidienststelle.
  • Geben sie Geld nur an Verwandte.
    Übergeben sie kein Geld an Personen, die ihnen nicht persönlich bekannt sind.
  • Schalten sie die Polizei ein.
    Haben sie bereits eine Geldübergabe vereinbart? Informieren sie noch vor dem Übergabetermin die Polizei. Sie erreichen sie unter der Nummer 110.

Beim nächsten Gespräch mit dem echten Enkel fliegt der Betrug auf. Häufig genieren sich die Opfer, auf einen so schmutzigen Betrug hereingefallen zu sein und offenbaren sich niemandem. Die Polizei vermutet, dass aus diesem Grund die Dunkelziffer gerade bei den Straftaten, wo es zu einem Schaden kommt, sehr hoch ist.

Aktuell existiert in Deutschland keine zentrale Statistik über die Anzahl von „Enkeltrick-Fällen“, da die Taten beim Bundeskriminalamt nicht gesondert, sondern als Betrug erfasst werden. Hier muss sich dringend etwas ändern.

Eine Broschüre informiert über Kriminalitätsformen, denen ältere Menschen in besonderer Weise ausgesetzt sind und gibt Tipps zum wirksamen Schutz vor solchen Straftaten.

„Sicher zu Hause“ ein Ratgeber für Ältere und Junggebliebene“,
die auch im Quartiersbüro zum Mitnehmen ausliegt.

Herr Golob, das Quartiersbüro Röhlinghausen dankt für den interessanten Vortrag!

E.Krause
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