Flottmann-Hallen

1869 wurde in Bochum durch den Ingenieur Heinrich Trilling eine Gelbgießerei und Metalldreherei gegründet.

1872, nach dem Tode von Trilling, kaufte der deutsche Ingenieur, Unternehmer und auch Industriepionier Friedrich Heinrich Flottmann in seiner Heimatstadt Bochum diese Fabrik für Gelbguss, auch als Grapen- oder Gropenguß bekannt, zur Herstellung von Armaturen und für den Maschinenbau.

Otto Heinrich Flottmann (1875–1944),  der älteste Sohn von Friedrich Heinrich Flottmann führte nach dem Tode seines Vaters das Unternehmen weiter und erhielt 1904 das Reichspatent für den

Druckluft-Bohrhammer mit Kugelsteuerung und selbsttätiger Umsetzung,

das unter anderem den Ruhrbergbau revolutionierte. Wegen besserer Ausbreitungsmöglichkeiten wurde die Firma nach Herne verlagert.

Industriemaschiene
Ausstellungsstück in der Halle

Im Jahre 1908 wurden die Flottmann-Hallen als Produktionsstätte für die Flottmann-Werke geplant und errichtet. Georg Schmidtmann und Julius Klemp aus Dortmund waren die Architekten. Hier arbeiteten bis zu 1.000 Menschen in Tag- und Nachtschichten für die Flottmann-Werke und die Werke entwickelten sich in der Region zu einem der wichtigsten Bergbauzulieferer.

Eine erste wirtschaftliche Krise erlitt das Unternehmen bereits 1957 mit der beginnenden Bergbaukrise. Im Jahre 1983 verlagerte man den Hauptstandort zur Baukauer Straße in Herne und der alte Standort wurde stillgelegt.

Die Fabrikgebäude wurden größtenteils abgerissen, nur Ausstellungs- und Versandhalle, Schmiede und Schlosserei blieben erhalten. Die bestehende Anlagen wurden unter Denkmalschutz gestellt und so vor dem Abriss gerettet.

Industriehalle
die Eingangshalle

Im Sommer 1985 entschloss sich die Stadt Herne, das Baudenkmal künftig als öffentliches Kultur- und Veranstaltungszentrum zu nutzen. Im Oktober 1986 wurden die Hallen der Öffentlichkeit als Kulturzentrum übergeben. Nach der Bodensanierung entstand 2008–2010 auf dem ehemaligen Fabrikgelände ein Naherholungspark.

Jugendstil-Tor
schmiedeeisernes Flottmann-Tor

Ein Blickfang auf dem Gelände ist das schmiedeeiserne Jugendstil-Tor, das von Karl Weinhold geschaffen und von Heinrich Flottmann, nachdem es 1900 auf der Weltausstellung in Paris ausgestellt wurde, für sein Werkgelände gekauft wurde. 1967 stifteten die Flottmann-Werke das Tor der Stadt Herne. Es wurde 2010 restauriert und unter einer Schutzkonstruktion aus Beton und Glas wieder auf dem Werkgelände aufgestellt.

Der Bochumer Illustrator Artur Faust hat sich von dem Jugendstil-Tor an den Flottmann-Hallen inspirieren lassen und hat für die Wand am Parkplatz der Hallen ein Bild geschaffen, das sich über die gesamte Mauer und Garagen hinzieht.

Womit die Stadt Herne die Menschen nun in die Flottmann-HaIlen lockt,
verrät diese Homepage.

E.Krause
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