Ahl Häre, ahl Blech, die Achte

„Tour de Flönz“ ging zu romantischen Schlössern und Orten

Wochenend und Sonnenschein – was gibt’s da Schöneres als einen Ausflug ins Grüne? Für  Oldtimerfreunde hieß das am Ostersamstag wieder, ihre alten Kisten aus der Garage zu holen und zur „Tour de Flönz“ der KG Ahl Häre aufzubrechen. Vom Start und Ziel, dem Pulheimer Marktplatz aus, rollte die vielbestaunte Blechparade im Minutentakt zu „Romantischen Schlössern und Orten“ im Umkreis – über Stommeln zum Schloss Hülchrath, Schloss Dyck und Burg Liedberg vorbei an blühenden Tulpen- und Rapsfeldern bis zum Markhof in Glessen. Von der tollen Landschaft sollten sich die Teilnehmer allerdings nicht zu sehr ablenken lassen – die Strecke muss man sich meterweise anhand eines detaillierten Roadbooks suchen, unterwegs kleine Aufgaben lösen, Zeitprüfungen absolvieren, versteckte Bilder, Zahlen und Buchstaben entlang der Strecke finden und Fragen aus der Motorsportszene  beantworten. Wer als Fahrer und Beifahrer diesen Langzeittest auf 104 Kilometern besteht und am Ende immer noch verheiratet ist, hat schon gewonnen.

Wer auf einen Siegerpokal aus ist, ist bei dieser Veranstaltung ohnehin fehl am Platz: Wie der Name schon sagt, winkt am Ende nur eine Wurst – eine echte Kölsche Flönz. Fachsimpeln, sich Tipps holen, Gleichgesinnte treffen oder einfach ein bisschen zu träumen – das trifft es schon eher. „Es gibt für Oldtimerfreaks nichts Spannenderes als sich darüber auszutauschen, wie man Fehler beseitigt hat, wie man improvisieren musste und – trotz Internet und transparentem Markt – wie und wo man dringend benötigte Ersatzteile gefunden hat“, so einer der Mitorganisatoren, der Glessener Kajo Keller. Warum gerade eine Karnevalsgesellschaft eine Oldtimerrallye veranstaltet? „Wir sehen darin, wie auch im Karneval ein Stückchen Brauchtum, das es zu pflegen gilt. In diesem gemeinsamen Ziel fühlen wir uns im Kreis der Gemeinschaft der Ahl Häre gut aufgehoben.“

Geboren wurde die Tour-Idee eigentlich als Geschenk zu einem 60. Geburtstag: „Ahl Häre“-Mitglieder Renate und Helmut Dopheide gönnen ihrem liebevoll in rund 2600 Stunden restaurierten Rover P2 HP16 spezial von 1937 gern eine Ausfahrt, KG-Präsident Norbert Rohde teilte die Begeisterung und räumte den „Oldtimerfreunden“ eine eigene Abteilung mit Stammtisch und  Rallye ein. Mit von der Partie waren diesmal Teilnehmer aus Holland und München, aus Tuttlingen und Düsseldorf (getarnt mit einem Hamburger Kennzeichen…). Neben den alten Kameraden, einem Ford Tudor A von 1930, einem Ford Phaeton Deluxe von 1931, dem Citroen 7 c (1935) begeisterten die Wirtschaftswunderkinder, der Chevrolet Bel Air von 1953, der VW Käfer von 1954, Mercedes 190 SL und Mercedes Ponton von 1957, ein Borgward Goliath Hansa von 1961 oder ein Jaguar von 1957. Seit der ersten Tour dabei war ein Alfa Romeo 2000 von 1976.

Die Erstplatzierten 2019:

  1. Platz: Bernhard, Benjamin und Tanja Lempik, 1976 Porsche 911 G-Modell
  2. Platz: Renate Rocharz und Peter Ricken, 1935 Citroen 7C
  3. Platz: Oliver und Nina Luisa Rakow, 1967 Mini Innocenti

Fazit des Seniorenportals: Man braucht nicht unbedingt zu den Jüngsten zu gehören und auch keinen Porsche zu haben, um ein Siegertyp zu sein!

 

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