Stolpersteine wider das Vergessen

Zum siebten Mal sind in Bergheim Stolpersteine verlegt worden.  Mit dem Projekt erinnert der Künstler Gunter Demnig an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die kleinen Messingtafeln vor den ehemaligen Wohnhäusern halten die Erinnerung an die Opfer wach und geben ihnen ihren Namen und ihre Geschichte zurück. Stellvertretend für Gunter Demnig war Frank-Matthias Mann am Donnerstag, den 11. Juni 2026, zur Verlegung nach Glessen und Oberaußem gekommen. In einer Schweigeminute wurde Hermann Keller und  Wilhelm Demgenski gedacht.

“Diese Stolpersteine machen deutlich, dass hinter jedem Schicksal ein einzelner Mensch stand – mit einer eigenen Geschichte, einer eigenen Familie und einem eigenen Leben”, hob die stellvertretende Bürgermeisterin Elisabeth Hülsewig bei ihrem Rückblick hervor. Beide überlebten die Zeit des Nationalsozialismus – “was nicht darüber hinwegtäuschen darf, welches Unrecht ihnen widerfahren ist”, so Hülsewig.  Wie eine jüdische Herkunft war auch Krankheit Anlass für Ausgrenzung, Bevormundung und Freiheitsentzug. Auch dies war Teil des Systems der Entrechtung: Menschen mit bestimmten Diagnosen oder Behinderungen verloren häufig das Recht, selbst über ihr Leben zu bestimmen. Entscheidungen wurden ihnen entzogen, ihre Selbstständigkeit eingeschränkt und ihre Stimme zum Schweigen gebracht. Für viele Menschen bedeutete eine Einweisung in Arbeitslager, Heil- und Pflegeanstalten den Beginn eines Leidenswegs, manche überlebten ihn nicht.

Der Glessener Hermann Keller wurde am 23. März 1903 geboren. Im seinem Haus Nr. 71 in der Hohe Straße in Glessen ist heute eine Fahrschule. Am 18. Januar 1941 wurde der Landarbeiter als Grenadier in die Wehrmacht eingezogen. Im August 1943 wurde bei ihm erstmals Epilepsie dokumentiert. “Was für uns heute eine medizinische Diagnose ist, bedeutete in der Zeit des Nationalsozialismus weit mehr als eine Erkrankung”, so Hülsewig. Menschen mit Epilepsie galten nach der menschenverachtenden Rassenideologie der Nationalsozialisten als „lebensunwert“ und wurden ausgegrenzt, entrechtet und verfolgt. So waren sie z.B. von Zwangssterilisationen bedroht und liefen Gefahr, als Opfer der sogenannten „Euthanasie“ ermordet zu werden.

Nach einem Aufenthalt im Lazarett in Marburg wurde Hermann Keller im September 1943 aus dem Heeresdienst entlassen. Kurz darauf wurde für ihn der Metzgermeister Johann Matzerath, bei dem er wiederangemeldet wurde, als Vormund bestellt.  Am 17. November 1943 wurde Hermann Keller in die damalige Arbeitsanstalt Brauweiler eingewiesen. Einzelne Gebäude auf dem Gelände dienten in dieser Zeit als “Schutzhaftlager” und Gestapo-Gefängnis. Zahlreiche Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie Gegner des Regimes waren hier inhaftiert.

Wie Hermann Keller, der nach dem Krieg in Büsdorf und anschließend in Pulheim-Sinthern wohnte, hat auch Wilhelm Demgenski die Zeit des Schreckens überlebt.  Geboren wurde er am 16.06.1898 in Saarbrücken, später lebte er in der Bahnstraße 32 in Fortuna. Aus seiner ersten Ehe mit Odilia Rennefeld hatte er zwei Söhne: Alfons, geboren 1931 und Adolf Wilhelm, geboren 1933. Ab 1935 war der Hilfsarbeiter in verschiedenen „Heil- und Pflegeanstalten“, ab 1938 in der Arbeitsanstalt Brauweiler. 1941 wurde er nach Andernach überführt. Nach der Befreiung Deutschlands 1945 wurde er aus der Heilanstalt entlassen und heiratete 1953 noch einmal. Er starb 1972 in Worms. An sein Schicksal erinnert jetzt der Stolperstein vor dem Haus in der Richartzstraße 8 in Oberaußem. Die Verlegung in Glessen wurde durch den Förderverein “Schöneres Glessen” finanziert.

Förderverein wählt neuen Vorstand

Die Mitlieder des Fördervereins der Stadtbibliothek Bergheim haben bei ihrer jährlichen Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Der bisherige Vorstand wurde in einem einstimmigen Votum entlastet. Auf dem Foto sind von links nach rechts Petra Gerdau – Kassiererin, Eginhard Issinger – 1. Vorsitzender und Christa  Wolf – 2. Vorsitzende zu sehen. Die Figur “Paule” im Hintergrund, hatte übrigens am 06.06.26 seinen 22.sten Geburtstag.

Die Stadtbibliothek Bergheim ist mehr als eine innovative Bücherei. Sie ist ein Ort des Wissens und der Begegnung für die Menschen in und um Bergheim. Als Initiatorin und Motor gesellschaftlicher Prozesse und unterstützt sie Menschen unabhängig von Alter oder Herkunft bei der Erlangung von Lese- und Medienkompetenz. Zentrale Aufgabe des Fördervereins der Stadtbibliothek Bergheim ist es, die Stadtbibliothek mit personellen und finanziellen Mitteln zu unterstützen.

Gegründet 2012, hat sich der Vorstand des Fördervereins der Stadtbibliothek Bergheim zum Ziel gesetzt, die Weiterentwicklung stadtweiter Angebote der Stadtbibliothek auch in Zeiten knapper werdender öffentlicher Mittel zu fördern –  so z.B. durch die Finanzierung neuer Medien, Unterstützung des Sommerleseclubs, der Vorlesepaten oder Veranstaltungen, die Organisation des Bücherflohmarkts und Formate wie  LitTreff und LitSchreib. Außerdem ist der Förderverein Kooperationspartner der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz.

Alle Interessierten sind herzlich zum Mitmachen eingeladen.

Infos dazu auf der Seite des Fördervereins der Stadtbibliothek Bergheim. 

 

 

Eine alte Schachtel packt aus

 

 

 

 

 

 

Christa Wolf unterhält seit sechs Jahren als „Alte Schachtel“ ihr Publikum.  Sie nimmt es mit auf eine Entdeckungsreise der ganz eigenen Art. Mit Augenzwinkern und einer gehörigen Portion Selbstironie
schildert sie die ganz alltäglichen und nicht so alltäglichen Abenteuer des Lebens. Begleiten Sie Christa Wolf am 23.07.2026 ab 15:30 Uhr auf Ihrer vergnüglichen Reise zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Kaffee und Kuchen in der Pause sind geplant.

Der Eintritt kostet 5 € – der Erlös kommt zu hundert Prozent der Stadtbibliothek zugute.

Karten gibt online bei der Stadtbibliothek Bergheim oder in der Buchhandlung Thalia Mayersche in Bergheim.

Vorsorgen für ein Leben im Alter zuhause

Präventive Hausbesuche: ein Bergheimer Beratungsangebot für ältere Menschen

Die meisten älteren Menschen wünschen sich bis ins hohe Alter eigenständig zuhause zu leben.
Welche frühzeitigen Vorsorgemöglichkeiten dafür bestehen, können Bergheimer Bürgerinnen und Bürger
ab 75 Jahren auf Wunsch bei einer ausführlichen Beratung im Rahmen eines Hausbesuches erfahren.
Wichtige Informationen sollen so, noch bevor erste Beeinträchtigungen bemerkbar werden und akuter
Hilfebedarf besteht, vermittelt werden.

Mit einem persönlichen Anschreiben auf dem offiziellen Briefbogen der Kreisstadt Bergheim werden die
Bürgerinnen und Bürger über das Angebot informiert. Die Briefe sind mit den Fotos und den Kontaktdaten
der Ansprechpartnerinnen versehen. Bei Interesse können die Angeschriebenen dann telefonisch oder
schriftlich einen Beratungstermin vereinbaren. Das Angebot ist für sie kostenfrei.

Mit der Durchführung der Beratung hat die Kreisstadt Bergheim das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Rhein-Erft
e.V. beauftragt. Aus organisatorischen Gründen werden die Briefe nicht alle auf einmal, sondern nach und
nach in die verschiedenen Bergheimer Stadtteile versendet.  Die Fachberaterin des DRKs, Frau Anne Schürner, führt die Beratung beim Hausbesuch durch. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Fachstelle Älterwerden der Kreisstadt Bergheim.
Bei Interesse wenden Sie sich an

Marion Eckart / Fachstelle Älterwerden der Kreisstadt Bergheim
Tel.: 02271 / 89709
aelterwerden@bergheim.de
oder
Anne Schürner / DRK – Kreisverband Rhein-Erft e.V.
Tel.: 02271 / 606 101
anne.schürner@drk-rhein-erft.de

Schlossgeschichten zum Genießen

Neuer Veranstaltungsflyer BERGHEIMAT erschienen

Das kleine Erlebnismuseum in der Bergheimer Innenstadt bietet auch in diesem Jahr in Kooperation mit der Kreisstadt Bergheim und vielen befreundeten Vereinen und Unterstützern ein abwechslungsreiches Programm mit über 16 ganz unterschiedlichen Aktionen an. Nach dem Tag der Offenen Tür anlässlich der Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Von Alaaf bis Zinter Mätes (St. Martin)“ geht es gleich weiter mit einer besonderen Erlebnisführung zum Thema Schlossgeschichten – keine klassische Führung, sondern ein fürstliches Frühstück. Danach tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Schlösser und Burgen im Rhein-Erft-Kreis.

Beginnen Sie den Tag mit einem „fürstlichen Frühstück“ im Museum BERGHEIMAT, bei dem auch ein Glas Sekt nicht fehlen darf. In gemütlicher Atmosphäre lernen Sie die reiche Schloss- und Burgenlandschaft des Rhein-Erft-Kreises kennen – eine der wasserburgenreichsten Regionen Deutschlands.

Film- und Hörbeiträge sowie ausgewählte Exponate, darunter eine bedeutende Sammlung von Ritterrüstungen, ergänzen den Vortrag. So wird dieser Vormittag zu einem Erlebnis für alle Sinne. Keine klassische Führung, sondern Kultur zum Genießen und Entdecken.

Anmeldung unter https://city.bergheim.de/entdecken/fuehrungen/schlossgeschichten-zum-geniessen-erlebnisfruehstueck

Infos:
Datum: Do., 07.05.2026
Beginn: 10:00 Uhr
Treffpunkt: Museum BERGHEIMAT
Dauer: ca. 2 Stunden
Gästeführerin: Astrid Machuj
Kosten: 15,00 € p. P.
Hinweis: Die Veranstaltung findet im Obergeschoss des Museums statt, das über eine Treppe erreichbar ist.

Die Führung findet im Auftrag des Vereins Museum der Stadt Bergheim e.V. statt.

Weitere BERGHEIMAT-Programmhighlights 

In diesem Jahr gibt es zwei Tage der offenen Tür, einen zu Bergheim aktiv wieder in Form eines Ritterfestes mit mittelalterlicher Musik, einer Falknerei und vielen Aktionen für Jung und Alt und den anderen in Kombination mit dem Historienspiel um den großen Reitergeneral Jan von Werth und seiner Griet.  „Hierzu beginnen bald die ersten Proben, auf die wir uns alle sehr freuen,“ so die
Vorsitzende Astrid Machuj.  Am Tag des Denkmals darf man sich auf viele Informationen
über das alte Rittergut Haus Laach freuen. Thoas Irlenbusch hält einen Vortrag mit
vielen alten Bildern. Auch gibt es ein Konzert von dem Duo Hätz un Siel bei Bergheim
Live 4 you.

Für Familien mit Kindern stehen gleich mehrere Angebote zur Verfügung. So findet
Paules Grusel-Leseabend der Stadtbibliothek im Museum statt. In den Sommerferien
gibt es viele Führungen, in denen die Kinder die BERGHEIMAT auf eine andere Art
und Weise erleben dürfen. Im Herbst werden kostenlose Spuklesungen und
führungen für Schulklassen oder Familien angeboten, und auch die Führungen rund
um Schloss Paffendorf finden auch diesmal im Auftrag des Museumsvereins statt.

Alle Veranstaltungen sind ausführlich auf der Museums-Homepage zu finden. Die Programmbroschüre kann ab sofort im Ausgabekasten am Eingang des Museum oder während der Öffnungszeiten samstags zwischen 11.00 Uhr und 13.00 Uhr und sonntags zwischen 14.00 Uhr und 16.00 Uhr abgeholt werden.
Anmeldungen nimmt Astrid Machuj unter 02271 97380 oder info@museum-stadt-
bergheim.de entgegen. Auf Wunsch kann das Programm per Mail zugeschickt werden.

 

Aktive Ruhepausen für pflegende Angehörige

Fachtagung zur Demenzwoche

Unter dem Motto „Hinsehen. Helfen. Handeln“ lenkten bei der 8. Demenzwoche im Rhein-Kreis vom 18.04. bis zum 26.04.2026 rund 100 Aktionen und Veranstaltungen den Blick auf das Thema Demenz. Betroffene und pflegende Angehörige standen bei Vorträgen, Mitmachaktionen, kulturellen Angebote und Begegnungsformaten besonders im Fokus. Ziel der Demenzwoche war es, im Umgang mit der Erkrankung zu sensibilisieren, Wissen zu vermitteln, Vernetzung zu fördern und konkrete Unterstützung für Menschen mit Demenz sowie ihre pflegenden Angehörigen sichtbar zu machen. Angesichts einer steigenden Lebenserwartung und der damit wachsenden Zahl an Demenzerkrankungen sei es eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe, Betroffene und ihre Familien nicht allein zu lassen und Teilhabe in der Gemeinschaft zu ermöglichen.

 Bewegen, begegnen, berühren

Bei einer Fachtagung im Kreishaus informierte die Alzheimer Gesellschaft Rhein-Erft-Kreis über Ergebnisse und besondere Erlebnisse aus dem Gemeinschaftsprojekt „Aktive Ruhepause“. Ins Leben gerufen 2023 zur präventiven Gesundheitsförderung pflegender Angehöriger gemeinsam mit dem Rhein-Erft-Kreis, ist ein vielseitiges, auf den Bedarf zugeschnittenes Angebot entstanden, das Gelegenheiten zu ganzheitlichen Sinneserfahrungen – Bewegung, Begegnung und Berührung – bietet. “Was sich wie ein Widerspruch anhört, ist unverzichtbar für die psychische und physische Gesundheit“, erläuterte Dr. Sibylle Schreckling, stellvertretende Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Rhein-Erft-Kreis das Konzept.

Angehörigenpflege könne körperlich wie seelisch sehr belasten, hob die stellvertretende Landrätin Gudrun Baer bei der Begrüßung hervor. Oft über Jahre hinweg kümmerten sich pflegende Angehörige – „der größte Pflegeverein Deutschlands“ – um das Wohl und die Gesundheit anderer, übernehmen Verantwortung, spenden Nähe und investieren Kraft und Zeit. Insbesondere die pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz sähen sich unter dem dauerhaften Druck, ständig in Bereitschaft zu sein. Zeit für sich selbst, für eigene Interessen, Erholung und Austausch mit anderen scheine kaum möglich, was nicht selten Überforderung und Einsamkeit, psychische und körperliche Gesundheitsprobleme verursache.

Im südlichen Rhein-Erft-Kreis bieten verschiedene Gruppen Entlastungsangebote für pflegende Angehörige an. Dazu gehören Tischharfenkurse, Senioren-Erlebnistanz und eine Reha-Sportgruppe für Menschen mit und ohne Demenz. Einen Einstieg in Eurythmie als wirksame Bewegungskunst und Therapieform vermittelt Iris-Poloczek-Jordan. Praktische Übungen brachten die Teilnehmenden im Kreishaus-Foyer aktiv zum Mitmachen. Durch Freude an Bewegung, Übungen zur Raumorientierung und Rhythmisierung werden Stresssituationen vermieden und Gedächtnis, Konzentration und Geschicklichkeit geschult. Wie Bewegung Resilienz fördert, zeigte Sportwissenschaftler Dr. Georg Schick in seinem Vortrag. Inspirierende Begegnungen ermöglicht darüber hinaus das Hürther Mehrgenerationenprojekt der Gruppe „Füreinander“, das Schülerinnen und Schüler mit ehrenamtlichen Betreuern von Menschen mit Demenz zusammenbringt.

Emotional berührend wirken die Tierbegegnungen, die der Gertrudenhof im letzten Jahr gemeinsam mit Ehrenamtlichen gestartet hat. Auch wenn Schaf Tiffany und die anderen Gnadenhof-Tiere diesmal zu Hause bleiben mussten, überzeugte Umweltpädagogin Nicole Antoine die Anwesenden im großen Sitzungssaal lebendig und anschaulich mit einem Plüschhuhn von der Wirksamkeit dieses ganzheitlichen Projekts.

Grünpaten geehrt

In einer feierlichen Veranstaltung am Freitag, den 17. April 2026 würdigte Bürgermeister Volker Mießeler das Engagement der über 270 Grünpatinnen und Grünpaten in Bergheim und lobte den Einsatz für die Pflege und Verschönerung der städtischen Grünflächen.

„Diese ehrenamtliche Tätigkeit ist von unschätzbarem Wert und keineswegs selbstverständlich. Sie prägt das Erscheinungsbild unserer Kreisstadt in besonderer Weise“, so der Bürgermeister.  Bei der Veranstaltung im Bergheimer Rathaus konnten sich die Teilnehmenden über ihre ehrenamtliche Tätigkeit, den Artenschutz, die Biodiversität sowie über den Betriebshof der Kreisstadt Bergheim austauschen und informieren.
Neben einer Vielzahl an interessanten und spannenden Informationsständen gab es die Möglichkeit zu einem netten Austausch bei Kaffee und Kuchen.

Weitere Grünpaten gesucht

Der Bürgermeister betonte die Bedeutung des Ehrenamtes für eine grünere Stadt, mehr Bienenfreundlich
keit und Artenschutz aber auch für die Förderung der Biodiversität. „Die heutige Ehrungsveranstaltung ist
eine sehr gute Gelegenheit, um unseren Grünpatinnen und Grünpaten die besondere Wertschätzung für
dieses Ehrenamt auszudrücken und um in aller Form Danke zu sagen für diesen wichtigen Beitrag, der den
Menschen, die hier leben und der Pflege, Schönheit und Attraktivierung unseres gesamten Stadtgebietes zu
Gute kommt“, so Volker Mießeler.

Die Grünpatinnen und Grünpaten in Bergheim pflegen in den meisten Fällen städtische Beete oder Baum
scheiben vor ihrer Haustüre, an Straßen oder in öffentlichen Anlagen. Zudem schauen auch ehrenamtliche
Spielplatzpatinnen und Spielplatzpaten nach dem Rechten auf den über 100 Spielplätzen in Bergheim.
„Die Grünpatinnen und Grünpaten spielen eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität in unserer Stadt und unterstützen den Betriebshof bei der Pflege der städtischen Anlagen. Es  ist schön zu sehen, wie diese sich zusammenfinden, um unsere Stadt grüner und lebenswerter zu gestalten, so Christian Linne, Leiter des Betriebshofes.

Wenn auch Sie Interesse haben, sich als Grünpate / Grünpatin oder Spielplatzpate/ Spielplatzpatin zu enga
gieren, dann melden Sie sich gern beim städtischen Betriebshof unter Tel. 02271/89-333 oder unter
betriebshof@bergheim.de.

Von Alaaf bis Zinter Mätes

Am 19.04.2026 ist die neue Ausstellung „Von Alaaf bis Zinter Mätes – Brauchtum, das sind wir” im Museum BERGHEIMAT feierlich eröffnet worden.

Thematisch dreht sich die Ausstellung – wie der Titel richtig vermuten lässt – um heimische Traditionen. Gezeigt wird anhand von Exponaten und Kurzfilmen, was in Bergheim über Generationen an heimischem Brauchtum gewachsen ist, was sich gewandelt hat oder auch verloren ging.

Nach dem offiziellen Teil fand noch ein Tag der offenen Tür statt. Für die musikalische Begleitung sorgte zunächst das Klarinetten-Ensemble der Musikschule der Kreisstadt Bergheim und ab 16.00 Uhr das Duo „Hätz un Siel”, alias Uwe Ulbrich und Martin Michalski. Neben Kurzführungen durch das Programm war Gelegenheit, an kleinen Aktionen wie dem Schmücken des Maibaums oder dem Basteln von kleinen Tischlaternen teilzunehmen.

Märchen für die Seele

Wegen Renovierungsarbeiten findet die Veranstaltung in der Remigius-Kirche statt

Veeh-Harfen Duo Birgit Kosanke und Judith Schmitz

Die Freie Märchenerzählerin Judith Schmitz taucht tief in die Vergangenheit ein und erzählt „Märchen für die Seele“ – Märchen aus aller Welt für Erwachsene, die einfach nur gut tun. „Märchen sind ein Spiegel, in dem wir unsere Seele betrachten können,“ hebt die ebenso empathische wie kreative Musikpädagogin und Gedächtnistrainerin aus Bergheim hervor.

Seit jeher sitzen Menschen aus aller Welt zusammen und erzählen sich Märchen und Geschichten voller Hoffnung und Liebe, Lebensweisheiten, die noch heute ihre Gültigkeit haben. “Nutzen Sie die Gelegenheit, kurzzeitig dem Alltag zu entfliehen und zu träumen – in Zeiten wie diesen ist das nötiger denn je”, so Judith Schmitz. Musikalisch werden die Märchen von Judith Schmitz und Birgit Kosanke auf der Veeh-Harfe begleitet.

Die Veranstaltung findet statt am Sonntag, den 26.04.2026 von 15:30- 17:00 Uhr. Durch die Renovierungsarbeiten in der St. Georgs Kapelle musste die Örtlichkeit kurzfristig in die Pfarrkirche St. Remigius, Kirchstr. 45, 50126 Bergheim verlegt werden.  Der Eintritt ist frei, Hutspenden zugunsten der Kulturkapelle St. Georg sind herzlich willkommen.

www.kopf-note.de

Zeitreise-Ausstellung eröffnet

Mitsingkonzert und Geschichtenwerkstatt im Anton-Heinen-Haus

TimeSlips ist ein kreatives Gruppenangebot für Menschen mit Demenz, die anhand von Bildern und gezielten Fragen zum Erzählen gebracht werden. Erfunden in den USA, stärkt die Methode das Selbstwertgefühl der Teilnehmenden, hebt die Laune und baut Verhaltensauffälligkeiten und Unruhe ab. Auch die Einstellung der Betreuenden ändert sich: Sie sehen nicht mehr den alten, hinfälligen Menschen, sondern stellen fest, wie viel Witz, Fantasie und Einfallsreichtum in ihren Patienten steckt.

Im Rahmen eines spannenden neuen Projekts der Lokalen Allianz in der Kreisstadt Bergheim hat Musikpädagogin und Gedächtnistrainerin Judith Schmitz in Pflegeeinrichtungen und Privathaushalten viele solcher schönen Geschichten aus dem Leben gesammelt. „Es ist, als ob man einen Schalter umlegt: Selbst Menschen, die nur noch wenige Wörter sprechen können, werden angesichts der Bilder aktiver und offener, die Stimmung hebt sich – eine wunderbare Mischung von Lebenswissen, positiven und stärkenden Gefühlen, miteinander reden, nachdenken und gemeinsam kreativ werden kommt in Gang“, beschreibt Judith Schmitz die TimeSlips-Methode.

„Das sind Kinder – Mädchen. Die tragen Strumpfhosen, ein langes Kleid. Die Strumpfhosen haben früher immer so gekratzt. Sie sind in ihren Sonntagskleidern, stolz und zufrieden. Aber zu meiner Zeit 1934 hatte ich solche Kleider nicht.“ So beschreibt Frau B. aus Bergheim das alte Schwarz-Weiß-Foto, das Judith Schmitz ihr mitgebracht hat. Ein anderes Foto zeigt ein Geschwisterpaar, das sich gemeinsam ein Buch anschaut und dabei einen Apfel isst. Herr S. aus Paffendorf, Jahrgang 1944, bringen „Greta und Luisa“ zum Schmunzeln: „Die Äpfel habe ich früher geklaut – ich bin ja auf nem Schloss groß geworden. Wir hatten Obstwiesen. Obstwiesen und Apfelplantagen. Da sahen die Mädchen so aus in meinen Kindertagen. Die waren damals aber frecher wie heute die. Also, die ich kenne, konnten ganz schön biestig sein.“

Unter dem Titel „Zeitreise – Wenn die Erinnerung erwacht“ ist die Ausstellung mit Geschichtenwerkstatt in Kooperation mit dem Katholischen Bildungsforum Rhein-Erft am Freitag, 17. April 2026 zum Auftakt der 8. Demenzwoche im Rhein-Erft-Kreis mit einem Mitsingkonzert feierlich eröffnet worden. Christoph Schlüssel am Klavier, Monika Thelen am Akkordeon und Judith Schmitz als Sängerin ließen ihr Publikum auch musikalisch in die Vergangenheit eintauchen und bei alten Schlagern und Volksliedern von der Jugend und ersten Liebe träumen. Eine besondere Verbindung hat Moderatorin Christa Wolf zu der Schau: Das Titelfoto ist 105 Jahre alt und zeigt ihre Großeltern mit ihrer Mutter als Kind. „Sie hat sich so gerne an früher erinnert.“

Die Ausstellung der Lokalen Allianz ist noch über die Demenzwoche hinaus bis zum 8. Mai 2026 im Anton-Heinen-Haus, Kirchstr. 1b, 50126 Bergheim zu sehen. Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag, 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr, und Montag bis Donnerstag 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr. Das Anton-Heinen-Haus bietet darüber hinaus am Donnerstag, 23. April 2026 von 15-16:30 Uhr eine Führung mit Judith Schmitz an. Die daraus entstehenden Geschichten erhalten einen Platz in der Zeitreise-Ausstellung.

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