8. Demenzwoche im Rhein-Erft-Kreis gestartet

Ehrung für die „Pflegehelden des Jahres“

(v.r.) Karin Huck, Abtl. Pflege im Rhein-Erft-Kreis und  Änne Türke vom Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz und die Laudatoren Christian Potthoff (4. v. r.) und Oliver Rademacher (l.) von der IG Pro Pflege ehren die “Pflegehelden des Jahres” 

„Demenz: Hinsehen. Helfen. Handeln“ ist das Motto der 8. Demenzwoche im Rhein-Kreis, die in der Zeit vom 18.04. bis zum 26.04.2026 wieder in Kooperation mit dem Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz für Köln und das südliche Rheinland stattfindet. Vorträge, Mitmachaktionen, kulturelle Angebote und Begegnungsformate dienen der Aufklärung und Vernetzung und sollen zeigen, wie ein Leben mit Demenz aktiv und selbstbestimmt gestaltet werden kann. Zur feierlichen Eröffnung kamen Akteure aus Pflege, Ehrenamt, Kultur, Bildung und Politik am Samstag, 18. April 2026, im Kreishaus Bergheim zusammen.

„Über die Krankheit sprechen ist schon selbstverständlicher geworden, dennoch dürfen wir nicht aufhören, Verständnis zu zeigen und Betroffenen Unterstützung zu bieten“, hob Dezernentin Marion Groß bei der Begrüßung hervor. Organisiert von der Interessengemeinschaft Pro Pflege Rhein-Erft wurde erstmals die Auszeichnung „Pflegeheld des Jahres“ zur Würdigung besonderen Engagements in der Pflege verliehen. Albin James vom Alexianer Johannesstift, Anzelika Stankiewitz vom Münch-Stift-APZ und Mandy Jonszies vom Pflegedienst Lützenkirchen belegten die ersten drei Plätze in der Kategorie „Auszubildende“. Barbara Gazdzik von Home Instead, Ridvan Sisman, Diakonie Michaelshoven, und Sarah Frohn, Palliativteam SAPV, gewannen in der Kategorie „Pflege“.

„Ihr Superhelden-Umgang ist die Arbeitskleidung, ihre Superkraft Mitgefühl und Stärke trotz besonderer Herausforderungen“, so Christian Potthoff, der mit Oliver Rademacher die Ehrung vornahm. Dasein trotz Flutkatastrophe, Schwierigkeiten mit der Deutschen Sprache, als alleinerziehende Mutter, pflegende Angehörige oder an der Seite eines Sterbenden – die Ausgezeichneten hätten ihren unverzichtbaren Job mit herausragender Menschlichkeit und Professionalität bewältigt. Unterstützt wurde die Preisverleihung von der Wibu Münster, die das Preisgeld in Höhe von jeweils 500, 300 und 200 Euro für die ersten drei Plätze stifteten.

 Richtig alt werden

Prof. Dr. Cristina Polidori, Leiterin der Klinischen Altersforschung an der Uniklinik Köln, informierte über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Demenzforschung und Möglichkeiten für den Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit. „Das Demenzrisiko steigt mit dem Alter, den fortschreitenden Funktionsverlust des Gehirns können wir jedoch beeinflussen“. Faktoren wie Einsamkeit, Inaktivität, Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes beschleunigen die Krankheit ebenso wie Stress, Alkohol und Rauchen. Soziale Kontakte, Bewegung, gesunde Ernährung, Schlaf und ausreichend Flüssigkeit helfen dabei, „richtig alt zu werden“, so die Ärztin. Thema von Dozentin Antje Köhler von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft war „Die weiße Trauer – Abschiednehmen mitten im Leben“ . Für mehr Leichtigkeit im Umgang mit der Krankheit Demenz plädierte TV-Moderatorin und Autorin Sophie Rosentreter. Für die musikalische Untermalung sorgte der AWO Demenzchor Stommeln.

 

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