Demenzgeschichten: Dicke Pflaumen

In unsere Kinderklicke war eine dabei, die war Anführerin und trug ein Dirndlkleid, darunter trug sie Lederhosen. Alle wussten nicht, ob sie ein Mädchen oder ein Junge war. Eines Tages sagte sie: „Wir gehen obsen (Obst stehlen) und zum Bauern Tomaten pflücken.“

Nachdem wir sie gegessen hatten, sagten wir, dass alle Früchte sauer gewesen wären. Wir wollten etwas Süßes haben und sind weitergegangen. An der Mauer hingen dicke Pflaumen.

Am nächsten Tag in der Schule wurden wir aufs „Podest“ gerufen. Diejenigen, die was verbrochen hatten, standen ganz oben beim Lehrer und Pfarrer. Dann fragte der Pastor: „Wie war das mit den Schrebergärten gestern?“ Alle gestanden wir unsereSchuld ein. Darauf sagte der Pfarrer mit erhobenem Zeigefinger: „Am Nachmittag sehe ich Euch alle im Pfarrhaus.“ Alle gingen hin und bekamen eine Aufgabe im Pfarrgarten; Unkraut jäten, harken, Obst Pflücken, sauber machen…

Jeder hatte seinen Denkzettel bekommen. Aber zum Schluss, als alle Arbeit getan war, gab es noch Pflaumenkuchen mit Kakao.

Wilhelmine Giesen, 81 Jahre, AWO-Sneiorenzentrum Quadrath-Ichendorf 

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