Demenz: „Ein Lächeln macht vieles leichter“

Geschichtenwettbewerb der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz Bergheim

Demenz hat viele Gesichter: Ein Sohn, der seiner demenzkranken Mutter durch Vorlesen wieder näherkommt und sie bis zum Schluss verständnisvoll begleitet. Eine verwirrte alte Dame, die allein in einer halb verfallenen Burg lebt und auf ihren verlorenen Liebsten wartet. Eine verhinderte Tänzerin, für die ihre Phantasien mit zunehmender Erkrankung immer wirklicher werden, bis auch die Erinnerung daran verschwinden – so unterschiedlich schreiben Bergheimer Autorinnen und Autoren über die Krankheit.

Anlässlich der 5. Demenzwoche im Rhein-Erft-Kreis hat die Lokale Allianz für Menschen mit Demenz Bergheim zu einem Geschichtenwettbewerb rund um das Thema Demenz aufgerufen – die besten werden auf der zentralen Allianz-Veranstaltung am 25. März 2020 von 14-17 Uhr im Gleis 11 in Quadrath-Ichendorf im Rahmen einer Lesung vorgestellt. Vorab hat das Seniorenportal Bergheim alle Einsendungen hier veröffentlicht.

Bewegende Erlebnisse, Gedanken und Erfahrungen, die Mut machen, zum Lachen oder Nachdenken bringen – die Demenzgeschichten berühren. Kleine Anekdoten aus der Arbeit mit Demenz-Kranken, Kurzgeschichten, Gedichte, Erzählungen – die Autoren näherten sich dem Thema auf verschiedenste Art. Eingesendet wurden insgesamt 14 Geschichten, fünf davon stammen von Bewohnerinnen des AWO-Seniorenzentrums Quadrath-Ichendorf. Lotte Lohr ist mit 99 Jahren die Älteste und berichtet darüber, wie sie auf einer Reise an den Gardasee ihre Liebe fürs Leben fand. Überforderte Pfleger, gestresste Angehörige, ein erfüllendes Ehrenamt – zwischen den Zeilen finden sich neben schönen Erinnerungen an damals auch leise Kritik, liebevolles Verständnis und so manch guter Rat: „Ein Lächeln macht alles leichter.“

Die Jury – bestehend aus Vertretern der Kreisstadt Bergheim und dem Rhein-Erft-Kreis, der Stadtbibliothek Bergheim, der Alzheimer Gesellschaft, Astrid Kurth von den Tierfreunden Rhein-Erst und den beiden Journalisten Andrea Floß und Dennis Vlaminck hatten die Qual der Wahl. Gewonnen hat letztendlich David Kollbach mit „Der Begleiter“. Platz 2 belegte Petra Windhausen vom Maria-Hilf-Krankenhaus („Ich muss zurück“) und Platz 3 André Hénocque („Ein Leben“), punktgleich gefolgt von Christa Wolf („Donau, so blau“) und Monika Frankfurter („Der Elefant“). „Wir wollten bewusst keinen Wettbewerb mit Gewinnern und Verlierern, sondern eine gute Auswahl für unsere Lesung bei der Demenzwoche treffen“, so Werner Wieczorek von der Stadtbibliothek Bergheim. Geplant ist eventuell noch eine Buchveröffentlichung.

Wer noch einen Text zum Thema Demenz schreiben will, kann dies gern tun: Per Mail an demenzgeschichten@gmx.de, oder per Post an Hans Jürgen Knabben, Kirchstr. 52b, 50126 Bergheim.

Platz 1: „Der Begleiter“ von David Kollbach
Platz 2: „Ich muss zurück“ von Petra Windhausen
Platz 3: „Ein Leben“ von André Hénocque
Platz 4: „Donau, so blau“ von Christa Wolf
Platz 5: „Elefant“ von Monika Frankfurter

Weitere Demenzgeschichten

„Der Verstorbene“ von Dorothea Napier, 93 Jahre
„Ich sehe Dich“ von Christa Wolf
„Lächeln macht vieles leichter“ von Monika Frankfurter
„Eine Reise zum Gardasee“ von Lotte Lohr, 99 Jahre
„Anekdoten aus der Arbeit mit Demenz-Erkrankten“ von Hannelore Lersch-Steier
„Sagen se mal“ von Renate Könen
„Dicke Pflaumen“ von Wilhelmine Giesen, 81 Jahre
„Familie Spathmann“ von Maria Spathmann, 91 Jahre
„Mein Erlebnis“ von G. Bauerfeind, 94 Jahre

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