Smarte Sicherheits-Technik

Wer kennt nicht den Namen Alexa, Echo oder andere Sprachassistenten. App-basierte Heizung- oder Lichtsteuerung, sind für Viele bereits angenehmer Komfort.

Nicht alle wissen, dass Sie oft schon mit Ihrem Internetrouter ein Basisgerät besitzen. Für Senioren können diese Systeme das eigenständige Wohnen Zuhause weiter ermöglich. Das Ganze nennt sich „Ambient Assisted Living“, übersetzt etwa „umgebungsgestütztes Leben“. Die Möglichkeiten des altersgerechten Wohnens mit Hilfe der Technik werden in Deutschland bisher noch wenig ausgeschöpft, obwohl sie großes Potenzial bieten, um fehlende Pflegekräfte und Familienmitglieder zu entlasten. Unser Eingangsbeitrag Künstliche Intelligenz setzen wir fort und stellen AAL-Systeme vor, die Sie oder Ihre Liebsten im Alter smart unterstützen können.

Inhaltsangabe

AAL: Warum eignet sich Smart Home besonders für Senioren?.. 1

AAL-Systeme für das altersgerechte Wohnen.. 1

  1. Smarte Türklingel und Notfallknopf. 2
  2. Fingerprint zum schlüssellosen Eintritt. 2
  3. Fernüberwachungssystem
  4. Angehörigen-, Seniorenüberwachung..
  5. Herdwächter als smarter Feuerschutz.
  6. Smarter Sturzschutz für Senioren..
  7. Smartes Dusch-WC..
  8. Zentraler Aus-Schalter.
  9. Lichtsystem

Weitere Unterstützungsmaßnahmen im Haushalt.

Staubsaugroboter.

Rasenmähroboter.

Ambient Assisted Living für ein Leben in den eigenen vier Wänden. 5

AAL: Warum eignet sich Smart Home besonders für Senioren?

Das Ambient Assisted Living (kurz: AAL) rückt zunehmend in das Blickfeld, da es älteren Menschen praktische Tools für ein selbstbestimmtes Leben zur Verfügung stellt. Das Smart Home nimmt Senioren Belastungen im Alltag ab und schafft zusätzliche Sicherheit. Angehörige sind mittels App mit dem System verbunden und werden im Notfall sofort benachrichtigt. Zugleich wird die Bedienung des Smart Home zunehmend leichter und intuitiver, so dass auch technik-ferne Senioren mit ein wenig Übung die Systeme selber steuern können – häufig sogar per Sprachbefehl.

AAL-Systeme für das altersgerechte Wohnen

1. Smarte Türklingel und

Für ältere Menschen kann eine Türklingel Stress bedeuten. Sie sorgen sich, nicht schnell genug zur Tür zu kommen oder haben Angst, Unbekannten die Tür zu öffnen. Mit einer smarten Hausklingel können sie über ihr Tablet oder Smartphone bequem vom Bett oder Sofa sehen, wer klingelt und öffnen nur Freunden und Familie die Tür. Die Klingel lässt sich sowohl an der bestehenden Türklingelverdrahtung als auch mit einem herausnehmbaren Akkupack betreiben. Angehörige können Aktivitäten vor der Tür auch unterwegs verfolgen, was ihnen ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit gibt.

Tipp: Am Bett angebracht, fungiert eine smarte Türklingel auch als Notfallknopf. Angehörige installieren sich die passende App und werden beim Auslösen der Klingel per Pushnachricht informiert.

2. Fingerprint zum schlüssellosen Eintritt

Eine weitere Hürde im Eingangsbereich ist für viele ältere Menschen der Schlüssel. Wer an einem Gichtschub oder unter Arthritis leidet, kann an einigen Tagen den Schlüssel nicht drehen. Andere Senioren haben generell Schwierigkeiten, den Schlüssel mit zittrigen Händen ins Schloss zu führen. Auch mit Rollator oder anderen Gehhilfen fällt die Handhabung eines Schlüssels schwer. So entstehen Hemmschwellen, das Haus überhaupt erst zu verlassen. Dank eines Haustürschlosses mit Fingerabdruck entfällt diese Hürde. Der ekey uno Fingerprint lässt sich an alle üblichen Türen nachrüsten. Für die Installation ist kein Bohren, Stemmen oder Verkabeln nötig. Das System erfasst bis zu 20 Benutzer, zusätzlich lassen sich Zutrittsberechtigungen und Zeitfenster über die ekey uno App einstellen. So können Pflegekräfte oder eine Haushaltshilfe nur in einem entsprechenden Zeitfenster ins Haus gelangen. Mittlerweile gibt es auch viele Schließsysteme, die sich direkt per App öffnen lassen. Jedoch sind die Produkte meist Bluetooth-gestützt, verbrauchen also relativ viel Akku und erfordern das sichere Handling eines Smartphones.

3. Fernüberwachungssystem

Amazon Echo oder Alexa von Google ist bekannt als praktisches Informations- und Unterhaltungsgerät, das sich bequem per Sprache steuern lässt. Weniger bekannt sind die vielen Einsatzmöglichkeiten, die der Sprachassistent für das Wohnen im Alter bietet. So lassen sich im Notfall Anrufe auf Zuruf tätigen, etwa wenn man stürzt und das Telefon nicht mehr erreicht. Auch Unterhaltungsmedien wie Hörbücher oder die Lichtsteuerung lassen sich mit der Stimme steuern. Für alleinlebende Senioren ist die mögliche Fernüberwachung mit Bildschirm sinnvoll. Die Drop-In-Funktion erlaubt es Angehörigen, auf die Kamera zuzugreifen und sich so einen Einblick in die Wohnung des Angehörigen zu verschaffen – ohne dass dieser aktiv einen Anruf oder eine Anfrage annehmen muss.

Vorsicht: es gilt auch hier der Datenschutz und die Würde der Person. Um spätere Unstimmigkeiten zu vermeiden, sollte das Einverständnis schriftlich vorliegen, wie auch bei den nachfolgenden Ausführungen.

4. Angehörigen-, Seniorenüberwachung

Oft wird ein Alarmsystem aus Sorge für den Angehörigen gesucht. Senioren und ihren Angehörigen wollen sich dadurch zu mehr Unabhängigkeit und Lebensqualität verhelfen. Sensoren zur Steuerung und Überwachung von Ereignissen, wie zum Beispiel Fenster- und Türbewegungen oder Aktivität der Jalousien lassen sich heutzutage mit App´s oft individuell einrichten, um sich über und mit den Familienangehörigen sich über die Vorgänge zuhause auf dem Laufenden halten zu können. Die Informationszentrale, der Router, gibt Auskunft über die Statusmeldungen der darin verknüpften Sensoren und Bewegungsmelder.

Hat der Vater zur gewohnten Zeit das Haus verlassen? Ist die Großmutter pünktlich vom wöchentlichen Arztbesuch zurückgekehrt? Wird regelmäßig gelüftet und sind die Türen nachts verschlossen? All das lässt sich über die App auf den zugelassenen Handys prüfen. Die Systeme sind flexibel und lassen sich passend auf unterschiedliche Lebenssituationen einrichten. Weicht etwas von der Routine ab, weist das System den Überwachenden automatisch darauf hin. Stellen Sensoren Auffälligkeiten fest oder drückt der Angehörige den Alarmknopf, leuchtet der Alarm im Smartphone auf. So können Angehörige schnell reagieren und Schlimmeres verhindern. Generell eignen sich auch „normale“ Smart Home Systeme wie Telekom Magenta, Fritzbox oder andere zugelassenen Einrichtungen für die Seniorenüberwachung, allerdings sind die Apps oft markenabhängig und nicht offen programmiert. Und was geschieht bei Stromausfall?

5. Herdwächter als smarter Feuerschutz

In den eigenen vier Wänden ist der Herd die Hauptursache für Feuer. Küchenbrände sind insbesondere bei jungen Familien und älteren Menschen ein Risiko. Ursachen hierfür können ein vergessenes Essen auf dem Herd sein oder schlicht ein angelassener Herd mit einem abgelegten Handtuch. Der Herdwächter werden nach DIN EN 50615 hergestellt und bestehen aus 2 Modulen:

  • Sensoreinheit
  • Steuereinheit

Der Elektriker montiert die Sensoreinheit entweder am Dunstabzug oder passend an der Wand. Dort registriert sie sowohl Temperaturanstiege als auch Bewegungen. Steigende Temperatur und Bewegung bedeuten, jemand kocht. Fehlt jedoch die Bewegung beim Temperaturanstieg, meldet der Sensor Alarm. Die Steuereinheit ist mit dem Herd verbunden und erhält per Funk eine Rückmeldung vom Sensor. Wird ein Alarm nicht manuell innerhalb von 15 Sekunden ausgestellt, wird die Stromzufuhr unterbrochen. Alternativ oder ergänzend kann ein smarter Rauchmelder mit App-Anbindung zum Einsatz kommen, allerdings kommt es hier häufiger zu Fehlalarmen, zum Beispiel durch angebrannte Speisen.

6. Smarter Sturzschutz für Senioren

Durch und mit Sensoren wird der Fußboden quasi zu einem Touchpad und ist ideal für Senioren und körperlich eingeschränkte Personen. Die Sensorenmatte wird unter dem Fußboden platziert – dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Teppich, Laminat, PVC oder Parkett handelt. Pro Quadratmeter werden ca 30 Sensoren benötigt. Je nach Hersteller ist die Matte 2- 3,5 Millimeter hoch.

Der Sensormatte registriert und analysiert jede Bewegung. Bei einem Sturz benachrichtigt das System je nach Einstellung Angehörige oder Pflegepersonal. Auch meldet es das ziellose Herumirren einer dementen Person. Der Boden lässt sich mit anderen Produkten, wie beispielsweise der Rufanlage oder dem Beleuchtungssystem verbinden. So geht etwa das Licht automatisch an, wenn die Person sich in eine entsprechende Richtung bewegt. Durch das Erkennen von fremden Bewegungsmustern ist der Sensormatte auch eine smarte Alarmanlage, die Einbrecher erkennt. Preis: circa 100 Euro/Quadratmeter

7. Smartes Dusch-WC

Die persönliche Hygiene ist ein wichtiger Punkt im Ambient Assisted Living, denn sie wird im Alltag für viele Senioren immer schwerer. Das Dusch-WC nimmt den Senioren die nötigen Handgriffe ab und sorgt für Sauberkeit. Es ist eine Kombination aus WC und Bidet und damit auch für Menschen geeignet, die nicht mehr lange und sicher stehen können. Das innovative Dusch-WC enthält unter anderem:

  • Bluetooth-Anschluss
  • Sitzsensor
  • Warmluftföhn
  • Sitzheizung
  • Nachtlicht: beleuchtetes Innenbecken
  • Entkalkungsfunktion

Das Dusch WC lässt sich einfach per Fernbedienung steuern. Individuelle Einstellungen werden in Benutzerprofilen gespeichert. Das Design ist dezent und hochwertig gehalten, wodurch das WC im Badezimmer nicht mehr auffällt als jedes andere.

8. Zentraler Aus-Schalter

Das zentrale Ausschalten aller elektrischer Geräte neben der Eingangstür gehört in modernen Smart Homes zum Standard. Für Senioren ist eine solche nachträgliche Installation eine große Erleichterung im Alltag. Sie können mit einem Griff sicher das Haus verlassen und beruhigt sein, dass wirklich jedes angeschlossene Gerät sicher ausgeschaltet ist. Außerdem können unterschiedliche Szenerien abgespeichert werden: Kommt der Bewohner zurück in sein Haus, kann er sich automatisch den Weg zur Küche, zum Badezimmer oder zum Schlafzimmer beleuchten lassen. In diese Szenen können auch andere Geräte, wie beispielsweise die Heizung, ein Wasserkocher oder auch eine Heizdecke, angeschlossen werden, die den Senioren weitere Handgriffe abnehmen. Eine Nachtfunktion beim Zubettgehen darf nicht fehlen. Wer muss nachts nicht mal zur Toilette, wo ist dann das Licht, der Schalter?

9. Lichtsystem

Viele Verletzungen von Senioren kommen tatsächlich durch Stolpern zustande. Ein Grund hierfür ist oftmals die schwindende Sicht, insbesondere bei unklaren Lichtverhältnissen. Namhafte Firmen haben viele sinnvolle Produkte für das Smart Home entwickelt, die sich einfach installieren lassen und den Alltag zu jeder Tageszeit passend ausleuchten. Die Lichtszenen lassen sich je nach Beschäftigung mit einer App einstellen und per Sprachsteuerung bedienen. Auch smarte Bewegungssensoren ergänzen das System. Kleine Spots in Schränken und Regalen ermöglichen den Überblick und erhalten die Selbstständigkeit. Übergänge und Treppen lassen sich mit einem länglichen LightStrip indirekt beleuchten, so dass die Stolperfallen stets sichtbar sind.

Tipp: Günstige Alternative bietet der Elektromarkt. Alle Systeme und Funktionen werden stetig ausgebaut. Allerdings sind nicht alle Lichtsystem kompatibel mit anderen Smart Home-Systemen. Wenn Sie das Licht also in Smart Home-Szenen sinnvoll integrieren möchten, zum Beispiel an das Beschattungssystem koppeln, empfiehlt sich immer eine Fachberatung vor Ort. Die Handwerker Ihres Vertrauens helfen Ihnen auch schnell und kostengünstig im Notfall, nicht so der vermeintlich preiswerte Onlineversandhändler.

Weitere Unterstützungsmaßnahmen im Haushalt

Selbstständigkeit ist für Senioren äußerst wichtig. Viele möchten auch im Haushalt nicht auf fremde Hilfe angewiesen sein.

Staubsaugroboter sorgen regelmäßig für die entsprechende Sauberkeit auf dem Boden, wenn das Putzen schwierig wird. Ein Saug-/Wischroboter wischt sogar im Nachgang feucht.

Rasenmähroboter und ein smartes Bewässerungssystem sind ein sinnvolle Anschaffungen für den, der seinen Garten liebt, aber nicht mehr den Rasen mähen kann.
Tipp:
Achten Sie beim Kauf von Smart Home-Geräten für Senioren darauf, ob sie eine Sprachsteuerung haben. Das macht häufig den entscheidenden Unterschied aus, ob das System vom Bewohner gern genutzt oder nur zaghaft getestet wird.

Ambient Assisted Living für ein Leben in den eigenen vier Wänden.

Für Senioren ist das Wohnen im eigenen Zuhause ein zentrales Element von Lebensqualität. Smarte Produkte bewahren Senioren vor dem ungewollten Schritt in ein Altersheim oder in eine betreute Wohnsituation. Ein altersgerechtes Smart Home schenkt Lebenszeit in den eigenen vier Wänden und zugleich ein sicheres Gefühl bei Senioren und ihren Angehörigen.

Der Markt befindet sich allerdings noch in der Ausbauphase und ist damit oft nicht erschwinglich. Barrierefreiheit ist im Neubau oft eine Forderung aber altersgerecht sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Noch lassen sich Sicherheitssysteme, Fernüberwachung und smarte Notfallsysteme für Senioren nur vereinzelt finden und sind dadurch teilweise auch recht kostenintensiv. Durch die fehlenden Bewohnerplätze in den stationären Einrichtungen ist ein altersgerechter Um- oder Ausbau immer vordringlicher.

Bevor Sie sich aber euphorisch in ein Wagnis stürzen, nutzen Sie die kostenlose Wohnberatung in Ihrer Kommune. Denken Sie an die Unterstützung im Pflegefall. Die Gelder müssen vor Auftragsvergabe beantragt werden.

Wird fortgeführt: Gesundheitsinformationen per Sprachassistent und

am 18.12. bereits mit Google, Facebook, Windows kennen ihre Nutzer

Wer hat bereits Erfahrung in der Häuslichkeit mit AAL? Für Hinweise sind wir und die Leser dankbar. Wenn der Artikel interessant ist, sagen Sie es mit einem Link weiter. Unterstützen Sie uns und andere.