Pflegesituation in NRW mit Beispielen

Sehr große Unterschiede beim Angebot der Heimplätze. Was nutzen Ansprüche bei fehlenden Heimplätzen und fehlenden Tages- und Kurzzeitpflege zur Unterstützung.

Pflegeeinrichtungen

2017

2019

Einrichtungen insgesamt

2.824

2.960

davon Heime mit vollstationärer Dauerpflege

2 190

2.217
Verfügbare Plätze insgesamt191.147191.459
 davon in Heimen mit vollstationärer Dauerpflege177.948175.367

Bereits im Jahre 2019 ist ein erheblicher Rückgang der Pflegeplätze in NRW um 2.581 festzustellen. Das Land NRW pflegt keine Statistik der Pflegebedürftigen. Fordert aber gleichzeitig in § 8 des Alten- und Pflegegesetzes NRW als Aufgabe der Kommunalen Konferenz Alter und Pflege bei der Sicherung und Weiterentwicklung der örtlichen Angebote mitzuwirken und integrierte Unterstützung-, Entlastungs- und Vernetzungsstrukturen aufzubauen. Bei Investitionsvorhaben teil- und vollstationärer Pflegeeinrichtungen ist die Kommunale Konferenz Alter und Pflege beratend zu beteiligen. 

Die Bundesstatistik 

Leistungsbezieher SGB XI

2018

2019

ambulant3.085.1973.338.401
stationär834.817913.237
Gesamt3.920.0144.251.638

Bundesweit gesehen ist eine Steigerung von 8,5 % in einem Jahr  der anerkannt Pflegebedürftigen zu verzeichnen, bei steigender Nichtanerkennung der Anträge. Für NRW heißt dies, dass noch mehr in der Häuslichkeit gepflegt werden müssen. Durch die fehlenden Pflegekräfte allgemein, wirkt sich dies auch auf die ambulanten Dienste aus. (Es sind Daten der Pflegekassen, nicht zu verwechseln mit den Stichtagszahlen des Statistikamtes) Hierzu die Daten aus den Vorjahren

Anerkannt Pflegebedürftige in NRW 2015-2019

Land NRW201520172019
Steigerung  effektiv      56.611    131.029    195.855
Steigerung prozentual9,74%20,53%25,46%
Pflegebedürftige insgesamt      638.103      769.132      964.987
  davon
  Pflegegeldempfänger/-innen1)      322.104      417.328      521.575
  Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1          48.571
  Pflegebedürftige in stationären      164.633      169.616      169.128
  (Dauer-, Kurzzeitpflege)
  Mit ambulanter Pflege      151.366      182.043      225.506
  (durch Pflegedienste)
Pflegebedürftige Grad 1 teilstationär                    145             207
Zu Hause gepflegt insgesamt     473.470      599.516     795.859
prozentual74,20%77,95%82,47%

Es fällt die Steigerung der Pflegebedürftigen insgesamt auf, bei fallenden Plätzen in NRW durch die Einbettzimmerregelung. Die fehlenden stationären Unterbringungsmöglichkeiten und Planungen zwingen die Angehörigen zur Pflege in der Häuslichkeit oder auf Hilfsangebote zurückzugreifen. Familien tragen die Last von Beruf, Familie und Pflege. Es ist sträflich in den Planungen der Kommunen weiterhin von den Zahlen aus 2017 auszugehen, so z.B. in Oberhausen. Örtliche Planung gem. § 7 Alten- und Pflegegesetz NRW (APG NRW) für den Zeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2024 in der Sitzung des Seniorenbeirates vom 1.12.20 unter Punkt 4. Die “neu” gewählten Seniorenbeiratsmitglieder sind nicht ohne Hilfe in der Lage, die Widersprüche in den weitschweifigen Verwaltungsvorlagen zu erkennen. Die unten skizzierten Lagebilder der Vergangenheit spitzen sich zu.

In ausgesuchten Kommunen

In der Übersicht wurden allgemein zugänglichen Daten 2015 und Dez. 2017 ausgewertet. Demnächst (12.2.2020) folgen aktuelle Werte. Zur Dokumentation werden Werte fortgeschrieben.

Die durch die Pflegekassen anerkannten Pflegebedürftigen zeigen nicht die Antragsteller oder abgelehnten Anträge auf. Es muss von einer Ablehnung von 20 Prozent  und mehr eines Pflegegrades ausgegangen werden, weil die gewichtete Punktzahl von mindestens 12,5 nicht gegeben wird. Es fällt auf, dass innerhalb von zwei Jahren mehr anerkannt Pflegebedürftiger wegen fehlender stationärer Bettplätze zu Hause auch ohne ambulante Unterstützung gepflegt werden müssen. Die stationären Bettplätze nahmen scheinbar dazu noch ab. Dieser Umstand zeigt, dass die WTG-Aufsicht (früher Heimaufsicht) wahrscheinlich zeitliche Belegungsstops ausgesprochen hat. Belege lassen sich nicht finden. Anlass bezogene Prüfungen werden nicht veröffentlicht. Nachfragen in den Ratsgremien wurden nicht gefunden. 

Duisburg, Essen, Oberhausen, Mülheim

Zum Verständnis der vorgenannten Tabelle wurde für Essen und Oberhausen die Verteilung der anerkannt Pflegebedürftigen ausgewertet. Es fällt die prozentuale Verteilung der Nachbarstädte zwischen ambulant und stationär auf

Essen

Oberhausen

Pflegebedürftige 2017 zu Hause    Der

Beitrag “Pflegebedürftige verlassen und vergessen”  am 12.2.2020