Zukunftsfähige Pflegewege für das spätere Leben!?

Wohnen, finanzielles Wohlbefinden und intelligentere Support-Lösungen

In vielen Situationen tragen Familien einen Großteil der Pflegeverantwortung ohne ausreichende Unterstützung, Schulung oder finanzielle Hilfe.

Die professionelle Pflege spielt eine größere Rolle in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen, dies wird gesehen. Die angebotenen Leistungen werden immer schwerer zugänglich und sind dabei qualitativ uneinheitlich oder unerschwinglich.

Viele ältere Menschen müssen wichtige Pflege und Unterstützung in ihren Haushalten und Gemeinschaften übernehmen. Dies unterstreicht, dass es sich nicht nur um ein Problem des höheren Lebensalters handelt, sondern um eines, das Menschen während ihres gesamten Lebens betrifft.

Fehlt es an angemessener Unterstützung, sind Menschen einem erhöhten Risiko von Isolation, gesundheitlichen Problemen oder finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt. Sind hingegen bezahlbarer Wohnraum, finanzielle Vorsorge für ein längeres Leben und bezahlbare Unterstützung verfügbar, können Menschen besser aktiv bleiben, soziale Kontakte pflegen und sich aktiv in ihre Gemeinschaften einbringen.

Längeres Leben in Armut

Die Menschen leben heute länger als je zuvor in der Geschichte, und immer mehr von uns werden viele Jahre im hohen Alter verbringen. Doch die Erfahrungen im Alter sind sehr unterschiedlich. Manche ältere Menschen leben in sicheren Wohnungen, sind in ihren Gemeinden aktiv und erhalten Unterstützung, wenn sie diese benötigen. Andere stehen vor großen Herausforderungen, wie beispielsweise begrenzten Wohnmöglichkeiten, finanzieller Unsicherheit oder einem Mangel an Pflege und Unterstützung, die ihnen ein gutes Leben ermöglichen.

In den letzten zwei Jahrzehnten haben weltweit Regierungen die Bedeutung der Schaffung von Umgebungen erkannt, in denen Menschen in Würde, selbstbestimmt und zugehörig altern können. Die Diskussionen und Berichte sind sehr selten in Deutsch und finden sich in Organisationen, nicht in der Tagespresse. Aktuell wird über fehlende Gelder in den sozialen Pflege- und der Rentenkasse gejammert, um vor allem die Zahlungen an die Träger von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu sichern.

Wer kennt in Deutschland die Aktionen, Diskussionen

HinweisDer Madrider Aktionsplan vom April 2002 sollte die Richtung vorgeben. um auf die Chancen und Herausforderungen der Bevölkerungsalterung im 21. Jahrhundert zu reagieren und die Entwicklung einer Gesellschaft für alle Altersgruppen zu fördern. Der Wandel von Großfamilien zu kleineren, mobilen Familien, der fehlende Zugang zu Technologien und andere sozioökonomische Veränderungen schließen ältere Menschen vom Entwicklungsgeschehen zunehmend aus. Die Erkenntnis hat sich insbesondere nach über 20 Jahren nicht gebessert. Im Gegenteil in Deutschland verschlechtert. 800.000 Heimplätze stehen 5.900.000 anerkannt Pflegebedürftigen zur Verfügung. 16 Millionen An- und Zugehörigen pflegen ihre Liebsten in der eigenen Häuslichkeit. Nur maximal 1/3 der Pflegebedürftigen in der Häuslichkeit kann fachliche Pflege gewährt werden. 

Das Betonen von Wohlergehen, die Teilhabe und die Menschenrechte älterer Menschen wurde als Ziel formuliert: Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden im Alter; und Gewährleistung eines förderlichen und unterstützenden Umfelds.

Die kürzlich verabschiedete politische Erklärung von Doha auf dem Zweiten Weltgipfel für soziale Entwicklung bekräftigte das globale Engagement der Generalversammlung für sozialen Fortschritt und Entwicklung im November 2025. Sie hebt Prioritäten hervor, wie beispielsweise die Bewältigung demografischer Veränderungen, einschließlich der Alterung der Bevölkerung, und deren Auswirkungen auf die soziale Integration, unter anderem durch Sozialpolitiken, die auf alle Menschen jeden Alters, insbesondere ältere Menschen und Jugendliche, zugeschnitten sind. Die Erklärung verknüpft soziale Gerechtigkeit mit Frieden, Sicherheit und Menschenrechten, bekräftigt das Versprechen, niemanden zurückzulassen, und fordert dringende Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) und des Pariser Abkommens.

Frau Dr. Heidrun Mollenkopf, President of AGE Platform Europe wird zitiert mit: „Wir, die älteren Menschen, sind mehr als nur ältere Arbeitnehmer einerseits und pflegebedürftige ältere Menschen andererseits (…) sondern eine Vielfalt von Individuen (…), die aktiv, jeder auf seine eigene Weise, zur Entwicklung und zum Zusammenhalt der Generationen beitragen und somit ein wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft sind.“

Auf der letzten Meile – niemanden zurücklassen

Nach der Verabschiedung der Ziele betonte die Präsidentin der Generalversammlung, Annalena Baerbock, dass Doha alles daransetzen müsse, niemanden zurückzulassen.

Die Überalterung ist auch ein europäisches Problem

Ziel muss es sein, bezahlbaren Wohnraum, finanzielles Wohlergehen und angemessene Pflege- und Unterstützungssysteme besser aufeinander abzustimmen, um es den Menschen zu ermöglichen, im späteren Leben mit Würde, Sicherheit und Wahl zu leben.

Stärkung und Förderung der Rechte älterer Menschen

Gefordert ist ein Paradigmenwechsel in der gesellschaftlichen Wahrnehmung älterer Menschen: von passiven Empfängern von Pflege und Sozialleistungen hin zu vollwertigen Rechtsinhabern während ihres gesamten Lebens.

Wirtschaftswachstum allein reicht nicht aus, um strukturelle Ungleichheiten zu überwinden. Der Klimawandel, demografischer Druck und Konflikte verschärfen die soziale Verwundbarkeit.

Der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang von der Universität Bremen wirft Anbietern von betreutem Wohnen vor, die Sozialversicherungen systematisch stärker zu belasten als klassische Pflegeheime. Wir brauchen ein einheitliches Versorgungsrecht. 
Die Leistung muss den gleichen Wert in der Häuslichkeit und in der Einrichtung erhalten, dies bedingt die gleiche Entlohnung. 

Die Pflege kann und muss solidarischer gestaltet werden.

 

2 Gedanken zu „Zukunftsfähige Pflegewege für das spätere Leben!?“

  1. Wir leben zwar in einer Generation wo die Menschen älter werden, das ist sicher, aber sehen wir auch das die nachkommen daran zerbrechen und vor uns sterben?
    Ich habe täglich mit Menschen an der Türe zu tun. Viele sind Pflege bedürftig,laufen mit Rollatoren oder sind Körperlich gebrochen teilweise sogar zerstört und werden von ihrer Familie gepflegt. Nicht selten bekommt man mit, dass die Kinder die ein gepflegt haben verstorben sind und die Älteren Menschen durch ihre Vergangenheit und Standhaftigkeit weiter existieren. Sie Leben nicht, den Sie sind auf Hilfe angewiesen, nennt man das vegetieren oder Leben. Wenn alles wofür man gelebt hat einfach weg ist und die Menschen das Gefühl haben verdammt sind zu Leben. Ist das Leben dann noch Lebenswert?

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    • Danke für den Kommentar.
      Aus den Worten lesen wir Frust und indirekt die Bestätigung: „Die Pflege kann und muss solidarischer gestaltet werden.“ Die 1001 Delegierten beim CDU-Parteitag in Stuttgart scheinen die Not in den Haushalten in der Mehrheit nicht zu sehen.
      Man darf auf die Reform gespannt sein..

      Antworten

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