Treppen – gefährlicher als Straßen!

Die Anzahl tödlicher Treppenunfälle steigt von Jahr zu Jahr

Aus „Muss“ wurde ein unbestimmtes „Erreichen“ in den DIN Vorschriften.

Das ist ein eindringlicher und wichtiger Weckruf. Die Statistik, dass Treppenunfälle mittlerweile dreimal so viele Todesopfer fordern wie der Straßenverkehr, ist erschreckend – vor allem, weil viele dieser Unfälle durch präventive bauliche Maßnahmen vermeidbar wären.

Es scheint, als würde hier ein klassischer Konflikt zwischen Ästhetik (Design) und Barrierefreiheit (Sicherheit) ausgetragen, bei dem die Sicherheit oft den Kürzeren zieht.

Eine Zusammenfassung der kritischen Punkte sollen zeigen, wo wir bei der Treppensicherheit ansetzen müssen:

  1. Die „Handlauf-Falle“

Architektur orientiert sich oft an puristischen Linien. Doch ein Handlauf ist kein bloßes Dekorationsobjekt.

  • Die 30-cm-Regel: Dass der Handlauf über die erste und letzte Stufe hinausragen muss, ist wichtig. Viele Stürze passieren genau dort, weil der Halt abrupt aufhört, bevor der Körper das sichere „Flachland“ erreicht hat.
  • Haptik & Ergonomie: Ein Handlauf muss umgreifbar sein. Ein flaches Designer-Stahlband sieht gut aus, bietet aber im Moment des Strauchelns keinen sicheren Griff.
  1. Das Problem der Stufenkanten

80 % der schweren Unfälle entstehen beim Abwärtsgehen.

  • Unterschätzte Schatten: Ohne Kontraststreifen verschwimmen die Stufen bei schlechtem Licht zu einer grauen Fläche.
  • Die letzte Stufe: Da das Gehirn Treppen oft „automatisiert“ abläuft, führt eine schlecht erkennbare letzte Stufe fast zwangsläufig zum Tritt ins Leere.
  1. Normen: Von der Pflicht zur Option

Die Aufweichung von „Muss“-Bestimmungen hin zu vagen Zielvorgaben („Erreichen“) ist rechtlich und menschlich problematisch.

  • Folge: Bauherren sparen an Kosten, Planer priorisieren die Optik, und das Risiko wird auf den Nutzer abgewälzt.
  • Prävention: Eine Rückkehr zu strengeren, verbindlichen DIN-Normen (wie der DIN 18065 für Gebäudetreppen) ist in einer alternden Gesellschaft eigentlich alternativlos.

Was lässt sich konkret tun?

Wenn Sie selbst Einfluss auf ein Bauprojekt haben oder Ihr eigenes Umfeld sicherer machen möchten, sind dies die drei effektivsten Sofortmaßnahmen:

Maßnahme

Effekt

Kontraststreifen

Machen die Stufenkanten (besonders die erste und letzte) sofort sichtbar.

Beleuchtung

Schattenfreie Ausleuchtung verhindert optische Täuschungen.

Nachrüstung Handlauf

Ein zweiter, griffsicherer Handlauf bietet Sicherheit für beide Hände.

Wussten Sie schon?

Viele Sturzunfälle im Alter führen nicht direkt zum Tod, sondern leiten durch Oberschenkelhalsbrüche und die folgende Immunität eine fatale Abwärtsspirale ein. Die Treppensicherheit ist also echte Gesundheitsvorsorge.

Der Text zusammengestellt und zur Vertiefung mit Anregungen von Dietmar Böhringer:

Treppen – noch viel gefährlicher als bisher angenommen!

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Ein Aufruf an die

  • Schwerbehindertenvertreter in den Betrieben und Verwaltungen  Ihre Erfahrungen zu schildern.
  • Seniorenvertretungen sich einzusetzen.

 

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