Wir brauchen eine Strukturreform
Einen alten Baum verpflanzt man nicht!
Der Bedarf an zeitgemäßen Wohnformen für ältere Menschen wächst stetig. Viele Seniorinnen und Senioren möchten möglichst lange eigenständig leben, wünschen sich aber zugleich ein Umfeld, in dem Hilfe verfügbar ist, wenn sie benötigt wird.
Stellen Sie sich vor, Sie leben seit 30 Jahren in Ihrer Wohnung, Sie kennen die Gesichter im Treppenhaus, der Nachbarschaft und die kürzeste Route zum Arzt, dem Bäcker und Metzger. Doch dann wird der Gang zur Apotheke beschwerlich. Bekannte und Freunde ziehen weg und der Alltag wird stiller. Die Wohnung ist nicht altengerecht ausgestattet.
Wer hilft?
In unserer anonymen hektischen Zeit, bleibt fast keine Zeit sich während der Berufstätigkeit mit Freunden und Familienmitgliedern zu treffen. Unsere Vorfahren trafen sich mit Kollegen im Kegel-, Schützenverein oder in einer Partei. Mit der Familie ging man ins Kino, ins Theater. Mit dem Einzug des Fernsehgerätes, dem Internet entfallen Beziehungen. Viele glauben der Ernst- oder Notfall wird mit Versicherungen abgedeckt. Wehe das Geld reicht gerade mal zum (Über-)Leben. Vielfach ist die Situation Scham behaftet und wird solange wie möglich verschwiegen.
Über Geld spricht man nicht!
Geld hat man ja in die Sozialsysteme lange genug eingezahlt.
In dieser Situation wird die Neuordnung der ambulanten Versorgung von den Trägern der Wohlfahrtspflege und den Privatanbietern zur Erlössicherung gefordert, die 10tausend pflegenden An- und Zugehörigen und Rentner hört man nicht. Die Regierung will die Rentenversicherung, das Gesundheitswesen reformieren. Die Bürger erwarten eine ganzheitliche Strukturreform, keine Sicherung der Erlöse der Anbieter mit höheren Entgelten bei gleichzeitiger Minderung der Leistungen.
Beim Arzttermin fängt die Not an.
Gesetzlich Versicherte werden durch Doctolib und andere KI-Terminanbieter Monate auf die akute Behandlung vertröstet. Abgeordnete, Beamte und andere Privatversicherte werden bevorzugt behandelt. Arbeitnehmer warten nochmals auf Facharzttermine, fallen aus der Lohnfortzahlung und sind auf das verminderte Krankengeld angewiesen, schleppen sich mit Schmerzen dann zur Arbeit. Rentner haben das gleiche Schicksal, sie müssen mit der Hälfte des vorherigen Monatslohn auskommen. Haben zwar Zeit, die Schmerzen werden nicht geringer.
Ausblick des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Die Delegierten des 23. Ordentlichen Bundeskongresses beschlossen umfassende Reformvorschläge für das Gesundheitswesen – etwa die Durchsetzung des Non-Profit-Prinzips, den flächendeckenden Aufbau von Gesundheitszentren und die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente von 19 auf 7 Prozent. Solche Maßnahmen würden die Krankenversicherung stabilisieren, ohne Leistungen für Versicherte zu kürzen.
Bei der Rente stellte der Kongress klar: Eine leistungsfähige gesetzliche Rente muss das zentrale Standbein bleiben. Wer ein Leben lang arbeitet und einzahlt, muss im Alter sicher leben können – das gilt für alle Generationen. Die Delegierten warnten: Wer das Renteneintrittsalter beliebig nach oben setzen will oder das Sicherungsniveau angreift, riskiert einen gesellschaftlichen Großkonflikt.
Die Bundesregierung will mit dem Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze eine Sozialreformen auf den Weg gebracht haben!
Sehen sie selbst, darum soll es gehen.
Reicht es, die Bemessungsgrenze für die Arbeitnehmer anzuheben und sich und die Beamten weiterhin zu schonen?
Wenn alle prozentual ohne Bemessungsdeckel in die allgemeine Sozialversicherungen einzahlen, fallen die Belastungen auch für die Arbeitgeber. Dies allein ist solidarisches Handeln und eine echte Reform.
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