Besiegt – Befreit-Besetzt

Ich möchte Ihnen etwas erzählen über die verschiedenen Besatzungen nach dem Zweiten Weltkrieg, die ich mitgemacht habe. Das war mehr oder weniger lang. Ich habe als Überschrift genommen: Besiegt – Befreit – Besetzt. 

Ich bin Jahrgang 1922, bei Kriegsausbruch war ich 11 Jahre alt, bei Kriegsende dann schon 17. Kurz vor dem Zusammenbruch des Naziregimes war ich als Jugendlicher als Panzergrenadier auf dem Rückzug von der Oder runter zur Elbe. Unterwegs bewegten einen natürlich noch Gedanken wie, leben die Angehören noch, lebt die Mutter noch, die in Thüringen war, wo steckt der Vater, der war bei den Landesschützen, der schwirrte auch irgendwo rum, und was blüht uns jetzt in der Gefangenschaft?

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Unsere Reisen in die DDR

Ich muss bekennen, auch falls ich mich dadurch der Kritik Betroffener aussetze, dass mich der Vorgang Mauerfall  und Wiedervereinigung eigentlich nur als Bürger der BRD berührt hat. Unsere Familie hatte auf dem Gebiet der Teilung des gesamtdeutschen Territoriums keine nennenswerten Nachteile erlitten, weil unsere Gesamtfamilie seit Generationen vollumfänglich in Nordrhein-Westfalen angesiedelt war. Eine Ausnahme ergab sich dennoch, weil als Resultat des Zweiten Weltkrieges Bruno Dittrich, gebürtiger Schlesier, in die Familie meiner Frau einheiratete und sich somit durch dessen familiäre Verbindung eine Erweiterung unseres Familienclans nach Leipzig ergab. Dieser Sachverhalt berührt jedoch meine Einstellung zu meinem vorher Gesagten nicht wesentlich.

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Endlich zur Schule dürfen

Wir sind als Flüchtlinge aus Pommern nach Schleswig-Holstein gekommen. Am Ende unserer Flucht landeten wir auf einem Gut, das einem Herzog gehörte. Herzogliche Güter gab es oben in Schleswig-Holstein einige. Wir hatten ein Zimmer, das war sehr primitiv – z. B. gab es nur eine Waschschüssel, das war alles, was wir hatten, da wurde nicht nur drin gewaschen, sondern sie wurde auch benutzt, um Gemüse sauber zu machen.

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Die drei Freuden

Es war in der Zeit des Kriegsendes direkt nach der Kapitulation, als wir Jungspunde mit 17 Jahren vor den Russen flüchten mussten. Wir kamen dann nach Schwerin, wo die Amerikaner uns empfingen und uns nach Schleswig-Holstein transportierten, wo wir bei Malente im wahrsten Sinne des Wortes vegetierten. Recht bald übernahmen uns die Engländer.

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Pfannkuchenessen bei den Großeltern

Text von Ursula Ulrike Storks

Sehr, sehr gerne bin ich zu meinen Großeltern gegangen. Wir wohnten in Mülheim-Dümpten – auch „Königreich Dümpten“ genannt – und meine Großeltern in Styrum nahe der Kirche, die heute noch steht.  Der Weg zu ihnen war zu Fuß immer sehr weit. Weil die Straßenbahn damals viel Geld kostete, was meine Mutter nicht hatte, sind wir gelaufen.  

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Resümee: Ruthilde Anders

Ich wurde am 1. September 1934 als erstes Kind meiner Eltern in Pommern geboren. Wir lebten auf einem Bauernhof: meine Oma, meine Eltern und zwei Hilfskräfte. Meine Eltern waren jung verheiratet. Meine Oma war krank, hatte Asthma, und konnte nicht recht mithelfen. Zur Hilfe  kamen abwechselnd Studentinnen, die die Arbeit auf dem Bauernhof kennen lernen sollten; sie hatten auch die Aufgabe, sich mit mir zu beschäftigten. Ich kann mich noch schwach an sie erinnern: Wir sangen viel miteinander; vielleicht hat das schon meine Liebe zur Musik geweckt. Weitere Hilfen waren ein Knecht und eine Magd auf dem Hof. 

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Resümee: Horst Rübenkamp

Ich  wurde am 13. Januar 1932 als drittes Kind meiner Eltern Paula und Hermann Rübenkamp in Essen-Borbeck geboren. Meine Mutter verstarb 10 Tage nach meiner Geburt. Meine beiden Schwestern waren zu der Zeit schon 11 und 7 Jahre alt. Mein Vater heiratete im Oktober 1932 die jüngste Schwester meiner leiblichen Mutter; sie übernahm damit die Mutterrolle für uns Kinder. Die beiden haben keine eigenen Kinder bekommen.

Unsere Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen, war aber nicht unbedingt arm. Mein Vater arbeitete bei einer Schachtbau Firma und befand sich meist auf auswärtigen Baustellen.

Bis zum Alter von 4 Jahren fehlt mir jede Erinnerung. Da kam ich in den Kindergarten. Dort wurde uns Zucht und Ordnung im Sinne des Nationalsozialismus beigebracht.

Nach den Osterferien 1938 wurde ich Schüler der Markscheideschule in Essen-West. Im Alter von 10 Jahren konnte ich endlich in die Deutsche Jugend eintreten und war stolz, die braune Uniform zu tragen. Durch das Tragen der Uniform fühlte ich mich in einer Gemeinschaft aufgenommen.

Die ersten Kriegsjahre empfand ich als Abenteuer, zumal unsere Wehrmacht an allen Fronten siegte. Im Laufe des Krieges gab es aber auch immer mehr Luftangriffe auf Städte, vor allem Städte wie Essen, in denen die Rüstungsindustrie lag. Schulkinder wurden seinerzeit aus diesen vom Luftkrieg bedrohten deutschen Städten längerfristig in weniger gefährdete Gebiete untergebracht. So kam ich im März 1942 zum ersten Mal im Alter von 10 Jahren für einige Monate in ein KLV-Lager im Protektorat Böhmen und Mähren (heute Tschechien). 

Am 5. März 1943 erlebte ich den ersten schweren Luftangriff auf Essen, bei dem auch unser Haus durch einen Volltreffer völlig zerstört wurde. 

Danach fuhr ich mit vielen anderen Jugendlichen in ein anderes KLV-Lager in Böhmen und Mähren. Dort verbrachte ich fernab vom Krieg mit 60 anderen Jungen bis Kriegsende eine sehr schöne Zeit, ja ich kann sagen, ich habe dort eine glückliche und abenteuerliche Jugendzeit verbracht. Wir glaubten noch Anfang 1945 an den Endsieg. Was an den Fronten tatsächlich geschah, wurde uns vorenthalten.

Im April 1945 begann unsere  Flucht vor der russischen Armee. 

Nach einer 6 Monate dauernden Odyssee mit schrecklichen Erlebnissen und Unterschlupf bei einem Bauern in der Oberpfalz erreichte ich nach einer 5-tägiger Irrfahrt auf Güterwagen endlich meine Heimat Mülheim.

Ich besuchte noch ein halbes Jahr eine Schule in Mülheim-Heißen, um dann am 2. Mai 1946 eine Lehre als Maschinenschlosser zu beginnen. Am 30. April 1949 legte ich meine Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Düsseldorf ab.

Am 10. Mai 1954 lernte ich meine Frau beim Tanzen kennen und wir heirateten am 4. August 1956. Wir haben einen Sohn und zwei erwachsene Enkelkinder. – Tanzen ist und blieb immer unsere Leidenschaft und wir gehen auch heute noch, in unserem hohen Alter, gemeinsam unserer Leidenschaft mit großer Freude nach.

Seit etwa 7 Jahren bin ich als Zeitzeuge ehrenamtlich tätig und habe gut ein Dutzend Einsätze an verschiedenen Schulen gehabt. Gegen das Vergessen! Im Rahmen meiner Zeitzeugentätigkeit hatte ich das große Glück, an einer Dokumentation der Februar Film GmbH mit dem Titel „Kindheit unterm Hakenkreuz“ teilzunehmen. Mit meiner Enkelin Lea wurde der ganze Fluchtweg von 1945 noch einmal abgefahren und dokumentiert. Die Ausstrahlung der Dokumentation des Film wurde am 31. August 2019 vom Sender VOX vor genommen.

Wie ich an den Kochherd kam

Museum der Dinge, Berlin, Teil der Frankfurter Küche

Zu Beginn meiner ersten Ehe fragte meine Mutter anlässlich eines Besuches in meinem Elternhaus meinen Vater, ob er mir nicht gelegentlich Fleischwaren zu günstigeren Konditionen beschaffen könne. Schließlich betrieb mein Vater noch im Rahmen des großelterlichen Geschäftes traditionell eine Großschlachterei am städtischen Schlachthof in Duisburg-Meiderich. Da mein Vater sich fast ausschließlich mit dem Schlachten von Großvieh, also Rindern, befasste, wandte er ein, dass eine Versorgung meiner jungen in Familie aus dem Fleischbestand sich für ihn schwierig gestalten würde.

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