Schulzeit im NS-Staat

Die Reichspogromnacht

Ein besonderes Datum habe ich nicht vergessen. Wir wohnten zu der Zeit in Essen-West. Es war der 9. November 1938. Ich ging wie jeden Morgen zur Schule. Mein Weg führte über die Altendorfer Straße. An einem uns allen bekannten Textilkaufhaus mit Namen Blum hatte man alle Schaufensterscheiben zertrümmert, und alle Textilien flogen auf die Straße. Eine große Menschenmenge stand auf der Straße und schaute zu. Ich fragte einen Mann, was da passiert, was das bedeute, er antwortete mir: „Das verstehst du nicht, mein Junge, das sind Juden.“ Er hatte recht, ich verstand das tatsächlich nicht. Später verstand es die NS-Propaganda geschickt, durch dauernde Vokabeln wie „Die Juden sind unser Unglück“ und mit  diffamierenden Karikaturen in Zeitschriften, wie zum Beispiel „ Der Stürmer“, dem Volk klarzumachen, dass es  tatsächlich so sei.

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Schule

Einschulung mit 5

Ich war immer groß und kräftig, und ich habe auch ein bisschen Verstand. Da ich sehr wissbegierig war, habe ich meine Mutter mit Fragen gelöchert, damit sie mir das Gehörte erklären sollte. Als ich 1940 eingeschult wurde, war ich 5 1/2 Jahre alt.  Ich wurde im September 6, und Ostern war die Einschulung. Vorher musste ich nach Kolberg zum Schulamt und wurde  von einer Lehrperson getestet: Buchstaben lesen und einige Rechenaufgaben lösen.

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Schule

Grundschule in der Musfeldstraße (1941 - 1943)

Karl Heinz Ruthmann mit obligatorischer Einschulungstüte
Karl Heinz Ruthmann zur Einschulung 1941

Meine Schulzeit war geteilt durch die unterschiedlichen politischen Systeme. Ich wurde 1941 während der Kriegszeit in Duisburg  in der Schule an der Musfeldstraße eingeschult. Wir hatten eine Klassenlehrerin, die zuvor bereits meine ältere Schwester unterrichtet hatte. Ich habe  im Grunde genommen keine besonders herausragenden Erinnerungen an diese Schulzeit, ausser dass wir eben dem System gemäß morgens die Lehrerin mit einem „Heil Hitler“ begrüßten.

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Schulzeit

Volksschule

Für Eva Timm begann die Volksschule 1933. Es waren 42 Kinder in der Klasse. Sie hatte fünf jüdische Mitschülerinnen in der Klasse, meist waren sie die intelligenteren. An Diskriminierungen kann sich Frau Timm nicht erinnern. Das schönste Mädchen in ihrer Klasse war Halbjüdin und hieß Ellen Rothschild; sie wurde nicht ‚abgeholt‘. – Noch heute weiß sie alle Namen: Dieta Elden, Gertrude Breslauer, Ilse Lesser.

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Kriegseinsätze: Zusammenarbeit von HJ und Schule

Luftschutzdienst

Der Krieg brach aus, als er 10 Jahre war. Zu dieser Zeit wurde der Dienst in der DJ schon etwas strenger. Die Schule und die HJ arbeiteten nun verstärkt zusammen. Mit Beginn der Luftangriffe auf Mülheim ab 1940/41 wurden er und seine Kameraden zum Luftschutzdienst in der Mädchenmittelschule in der Von-Bock-Straße eingeteilt oder in die Wirtschaft Ternieden, die angeblich einen sicheren Luftschutzkeller bot. Dort mussten sie zeitweise fast jede Nacht ab 01:00 Uhr Wache halten.

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Mittelschule

Schulgeld

In meiner Schuluniform

Im Frühjahr 1938 durfte ich auf die Mittelschule wechseln. Zwar wäre ich auch fürs Gymnasium geeignet gewesen, aber dafür fehlte uns das Geld, denn damals musste Schulgeld bezahlt werden. Das betrug 10 Reichsmark (RM) für die Mittelschule und 20 RM für das Gymnasium. Es reichte also nur für die Mittelschule. Meine hatte allerdings einen guten Ruf, denn sie bot viele praktische Lerninhalte an: Kurzschrift, Maschinenschreiben, Werkunterricht. Das hatte auch die Begeisterung für Jungen stark erhöht.

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Volksschule

Schulgebäude und -gelände

Horst Heckmann mit Schultüte
Mein 1. Schultag

Ich kann mich sehr genau an den roten Backsteinbau an meinem ersten Schultag im Frühjahr 1934 erinnern, zu dem mich meine Mutter an der Hand führte. Unvergesslich ist auch der Geruch von Bohnerwachs beim Betreten dieses Gebäudes, dessen Gelände sich zudem für allerlei Geländespiele eignete: Indianer, Räuber und Gendarm, aber auch zum „Plüsterken machen“ (Feuer machen) und Budenbauen. Die Schule war in der Straße „An der Leybank“ unterhalb des Geländes der Zeche Sellerbeck; beides gibt es heute nicht mehr, lediglich ein Stellwerk auf der Zugstrecke nach Essen erinnert noch daran.

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Meine Schulzeit von 1944 bis 1953

Klassenfoto_Kölner_Dom_1952_OriginalWährend des 2. Weltkrieges, März 1944, brachten meine Eltern mich aus gesundheitlichen Gründen in den Solling¹ am Harz zu Pflegeeltern. Zu dem Zeitpunkt war ich noch keine 6 Jahre alt.

Nach den Sommerferien, ich glaube es war September 1944, wurde ich im Solling in einer Dorfschule eingeschult. Wir waren mit 8 Jahrgängen in einer Klasse. Vor uns stand ein 75-jähriger, längst pensionierter Lehrer und teilte uns mit, alle Lehrer auch Junglehrer seien an der Front, und deswegen konnte noch kein Unterricht stattfinden. Das hieß also: Kaum waren wir eingeschult, wurden wir schon wieder ausgeschult. Für uns als die Kleinsten war es eigentlich gar nicht so unangenehm.

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