Zeitzeugenthemen

Die ZeitZeugenBörse Mülheim an der Ruhr hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lebensgeschichten zu konservieren. Wenn wir unsere Lebensgeschichte verlieren, stehen wir vor dem Nichts. Deshalb will sich unsere Seele  erinnern. Dafür muss ihr Raum und Zeit gegeben werden, um die Erinnerungen angemessen durchschreiten zu können. Bei uns soll  erlebte Geschichte – als Teil einer Erinnerungskultur – den Dialog zwischen den Generationen fördern.

Dazu sind Zeitzeugen aufgerufen das, was sie erlebt haben, zu erzählen. Diese Erzählungen werden mittels eines digitalen Voice Receivers aufgezeichnet. Davon bekommen sie eine CD gebrannt. Anschließend wird der gesprochene Text Wort für Wort verschriftlicht. aus

Es gehört zum Vorbereitungsprozess von Zeitzeugengesprächen, die eigene Geschichte zunächst einmal vor den anderen in der geschützten Gruppe zu erzählen.  Die Bedeutung der eigenen Geschichte rückt in den Fokus der Wahrnehmung. Dadurch kann ich mich auch den Geschichten anderer öffnen.

Dabei ergeben sich automatisch bestimmte Themen. Mittlerweile kann man schon von einem kleinen Pool sprechen. Wir haben folgende Themen anzubieten

Kindheit und Jugend

Kindheit und Jugend vor und während des Krieges

Meine Kindheit und Zeit in der Hitlerjugend

Anstehen für Wurstbrühe

Läuse und Kopftücher

Im Bombenhagel von Mülheim und Duisburg

Kleinkindjahre in den Bunkern von Mülheim

Mit 4 im Luftschutzbunker von Essen

Zum ARD-Film: Junges Deutschland

Die Wirren und die Folgen des Krieges

Kinderlandverschickung – oder: Flucht aus der Tschechoslowakei

Aufwachsen bei Pflegeeltern – oder: Flüchtlingskinder waren meine Freundinnen

Flucht aus dem Ruhrgebiet zum Kriegsende – oder: Die Reise meines Lebens

Schulzeit im Krieg

              Zweimaliges Einschulen – oder: Das dritte Reich entlässt seine Kinder

Verschleppung mit 15 Jahren aus Schlesien – oder: Auf dem Weg in die Ukraine


Heimat Flucht Vertreibung

Aufwachsen bei Pflegeeltern – oder: Flüchtlingskinder waren meine Freundinnen

Flucht aus dem Ruhrgebiet zum Kriegsende – oder: Die Reise meines Lebens


Verfolgte und Opfer

Verschleppung mit 15 Jahren aus Schlesien, oder: Auf dem Weg in die Ukraine

Ein Film zur Aufarbeitung und Versöhnung: TV KULTURA über die Arbeitslager in Russland


Nachkriegs- und Aufbaujahre

          Befreiung und Besatzung

               Der Einmarsch der Amerikaner in Mülheim an der Ruhr

               Einmarsch der Amerikaner in ein kleines Dorf im Solling

          Ernährung Gesundheit Krankheit

               Die Ernährungslage nach dem Krieg

               Läuse und Kopftücher

               Anstehen für Wurstbrühe

               Kolonialwarengeschäft, Brotsuppe und Porridge

               Nahrung, vor, während und nach dem Krieg

               Sonnenbaden an Mülheims Strand

          Ausbildung und Beruf

          Die späteren Nachkriegsjahre

               Reichsmark, D-Mark und Euro

Leben nach dem Krieg mit einem kriegsverletzten Vater

               Ein Koffer der Erinnerung an die Kinderzeit

               Die Pe-is-Kirmes


Persönliches

Eine Freundschaft geht nie in Rente


Weiterführende Links

Sie möchten auf den Erfahrungsschatz der Zeitzeugen zurückgreifen: Zeitzeugen finden

Sie möchten sich einen Eindruck verschaffen, welchen Eindruck alle Beteiligten bei einer Begegnung haben: Zeitzeugengespräche

Sie möchten: Zeitzeuge werden

Sie möchten an den monatlichen Treffen der Zeitzeugen teilnehmen: Zeitzeugentreffen

Sie möchten wissen, zu welchen Themen unsere Zeitzeugen etwas sagen können: Zeitzeugenthemen

Sie möchten sich einen Eindruck über unsere Zeitzeugen verschaffen: Zeitzeugen stellen sich vor

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brigitte Reuß

Mein Name ist Brigitte Reuß. Ich war im November 2011 Mitbegründerin der Zeitzeugenbörse Mülheim an der Ruhr.

Eins meiner vielen Interessen war immer schon, das aktuelle politische Geschehen in einem größeren historischen Zusammenhang zu sehen. Was mit Einzelschicksalen in ihrer jeweiligen Zeit passiert, habe ich schon in die Wiege gelegt bekommen, denn beide Eltern waren nach dem 2. Weltkrieg Flüchtlingskinder, mein Vater sogar noch Kindersoldat. Erst nach meiner Pensionierung konnte ich mich mit den Folgen dieser schrecklichen Zeit in der deutschen Geschichte beschäftigen und damit auch mit den Ursachen.

Bei meiner Arbeit ist mir ganz wichtig, immer auf das Alter der Erzählenden zu achten und immer danach (auch der Zuhörer sich selbst in seiner Biografie) zu fragen, inwieweit das politische Bewusstsein schon vorhanden war; und das ist bei jedem Menschen verschieden. Ich möchte ein Mosaikstückchen dazu beitragen, dass junge Menschen ihr persönliches politisches Bewusstsein bilden können; deshalb ist mir die Arbeit an Schulen eine Herzensangelegenheit.

Die Zeitzeugen fühlen sich manchmal unverstanden, wenn aus dem Heute Rückschlüsse nach Gestern geschlossen werden, frei nach dem Motto Warum habt ihr nichts gemerkt?, Wie konnte das passieren?, usw. Und genau hier ist der Punkt, an dem ein Austausch mit der jüngeren Generation stattfinden kann. Indem es den Zeitzeugen gelingt, dass sich die Schülerinnen und Schüler in die damalige Zeit versuchen hineinzuversetzen, können auch Bilder für das eigene Leben, für die eigene Zukunft entstehen.

Viele unsere Zeitzeugen haben schon längst die 80 überschritten. Zeit also, sie noch allerhand zu fragen!!

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