Des Deutschen Klopapierkrise

Wirft man einen Blick auf die Geschichte der Menschheit, wird man kaum eine Generation finden, die nicht gehungert hat, von Hunger bedroht war oder unter sonst einem Mangel litt. Wer weiß, was Hunger ist, hortet auch später möglicherweise Essen. Als ein dritter Weltkrieg im Angesicht der Kubakrise drohte, wurde der Vorratsschrank auch „Kubakrise“ genannt. 

Nach Ende des 2. Weltkrieges ist Deutschland gevierteilt, die Wirtschaft verbrannt und Fabrikreste werden nach England oder Russland verschifft. Die Menschen hungern, die Energieversorgung ist zusammengebrochen, die Wohnungen sind zerstört, Zucker, Mehl und Fett sind Mangelware, Bonbons werden selbst hergestellt, Kaffee wird aus Eicheln gekocht, aus Bucheckern Öl wird gewonnen, Brennnesseln und Sauerampfer geben einen Salat her.

WeiterlesenDes Deutschen Klopapierkrise

Amerikaner und Engländer in Mülheim

Ich bin im Januar 1939 geboren und praktisch mit dem Krieg groß geworden. Meine persönlichen Erinnerungen gehen eigentlich erst mit 4 ½ Jahren los. Aber ich habe verschiedene Ereignisse hinterher von meiner Mutter erzählt bekommen, mein Vater war ja leider im Krieg gefallen. Meine Mutter erzählte mir alles ausführlich, als ich ungefähr 12 Jahre war; vorher habe zwar auch einiges mitbekommen, aber nicht wirklich verstehen können, was da unter den Verwandten und Freunden erzählt wurde. Trotzdem weiß ich noch so einiges aus meiner eigenen Erinnerung.

WeiterlesenAmerikaner und Engländer in Mülheim

Schrecken, Freude – Frohe Weihnacht

1949/50 muss es gewesen sein, es war Heiligabend. Da war ich auf dem nach Hause, als ich schreckliche Zahnschmerzen bekam. Es stellte sich mir die Frage,  was kann ich tun? So habe ich mein Fahrrad genommen und bin in die Stadt zu einem Zahnarzt gefahren. Für den Rückweg nach Hause hatte ich meine Tasche hinten am Fahrrad festgeklemmt. Als ich unsere Wohnung erreicht hatte, musste ich feststellen, das meine Tasche samt Inhalt weg war. 

WeiterlesenSchrecken, Freude – Frohe Weihnacht

Berufsfindung in den 1950er und 1960er Jahren

Das Ende der faschistischen Diktatur in Deutschland hat auch im Bereich der Berufsbildung eine materielle und geistige Verwüstung hinterlassen, die katastrophal war. In den vier Besatzungszonen wurde nach dem Krieg zunächst nicht abgestimmt verfahren. Trotzdem konnten bei der Wiederaufnahme der Bildungsaktivitäten an die gleichen Traditionen angeknüpft werden, vor allem was die Ausrichtung an geordnete Lehr- und Anlernberufe bzw. die kombinierte Ausbildung in Betrieben und Berufsschulen betrifft. 

WeiterlesenBerufsfindung in den 1950er und 1960er Jahren

Pfannkuchenessen bei den Großeltern

Text von Ursula Ulrike Storks

Sehr, sehr gerne bin ich zu meinen Großeltern gegangen. Wir wohnten in Mülheim-Dümpten – auch „Königreich Dümpten“ genannt – und meine Großeltern in Styrum nahe der Kirche, die heute noch steht.  Der Weg zu ihnen war zu Fuß immer sehr weit. Weil die Straßenbahn damals viel Geld kostete, was meine Mutter nicht hatte, sind wir gelaufen.  

WeiterlesenPfannkuchenessen bei den Großeltern

Vorsätze fürs neue Jahr


Man soll das Neue Jahr 
nicht mit Programmen beladen 
wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.


Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, 
sich schrecklich zu bemüh'n
und schließlich hat man den Salat.


Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm und bessert euch drauflos!


Erich Kästner

Weihnachten in den Ardennen

Als es an diesem Weihnachtsabend an der Tür klopfte, war ich zwölf, und wir lebten in einem kleinen Häuschen nahe der deutsch-belgischen Grenze. Mein Vater hatte uns dorthin geschickt, als unsere Heimatstadt Aachen im Krieg immer stärker unter Luftangriffen zu leiden begann. „In den Wäldern seid ihr sicher“, hatte er zu mir gesagt. Aber nun tobte ringsum die Ardennenschlacht.

WeiterlesenWeihnachten in den Ardennen