Der Krieg ist vorbei – Leben in der SBZ / DDR

Der Krieg ist vorbei _ Leben in der SBZ / DDR
Mülheimer Zeitzeugen erinnern

Der Zweite Weltkrieg hatte fast 55 Millionen Menschen das Leben gekostet. Europa war verwüstet, Deutschland glich einem Trümmerfeld. Das Land war in vier Besatzungszonen aufgeteilt: Die drei westalliierten Zonen betitelte ein Kölner Karnevalssong 1948 als „Trizonesien“, während die sowjetisch besetzte Zone lange Zeit „Ostzone“ genannt wurde, erst nach der neuen Ostpolitik der Brandt-Regierung dann DDR.

Die Alliierten waren sich zunächst darin einig, in Deutschland nicht nur den Nationalsozialismus zu zerschlagen, sondern auch den damit vorausgegangenen preußischen Militarismus. Die Skepsis der Verbündeten dem deutschen Volke gegenüber war groß. Der sich allerdings schon bald anbahnende Konflikt unter den einstigen Verbündeten hatte sich die durch die hohe Anzahl von 29 Millionen Opfern geschwächte UdSSR nicht gewünscht, dessen Eskalation jedoch wesentlich mitzuverantworten. Stalin hatte als Minimalziel ein eher neutrales der Sowjetunion nicht feindlich gesonnenes Deutschland gewollt – mit einer bürgerlichen Demokratie, in der die Kommunisten an der Macht beteiligt sein mussten. Sein Maximalziel war jedoch schon die Installierung des eigenen Systems in Deutschland. 

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Profil Eva Timm

Das Bild wurde in Lodz aufgenommen
Eva Timm mit 8 Jahren

Eva Timm, Jahrgang 1926, kommt aus einer Alt-Berliner Familie. Sie wohnte mit ihrer Familie in Berlin-Charlottenburg und wuchs in ihrer großbürgerlichen Familie wohl behütet auf. Sie ging zunächst auf die Volksschule, dann aufs Lyzeum – so nannte man damals das Gymnasium für Mädchen. Leider konnte sie kein Abitur machen, da ihre Schule den Bomben zum Opfer fiel und für sie die Schulzeit zunächst einmal vorbei war.

Im Krieg nahm die Familie zunächst noch viele kulturelle Veranstaltungen wahr. Die Eltern war antinazistisch eingestellt und hatten auch einige jüdische Freunde. Dass Juden „plötzlich“ aus ihrer unmittelbaren Umgebung verschwanden wurde nicht hinterfragt; als Heranwachsende bekam sie dieses Schweigen mit. Einige Schicksale hat sie lange nicht losgelassen, und so begab sie sich 2016 auf die Suche nach ihrem kleinen Freund, Hansi Frost. Für ihn und seine Familie wurden in Berlin bereits Wann? Stolpersteine gesetzt.

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Luisenschule in Mülheim am 15.06.2018

Pressemitteilung von Geschichtslehrerin Dr. Schulte an die Stadt Mülheim an der Ruhr zum Zeitzeugenbesuch zur NS-Diktatur

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Pressemitteilung von Frau Dr.Schulte an die Stadt Mülheim an der Ruhr

Wie ich als Kind und Jugendlicher die NS-Zeit von 1933 – 1945 erlebte

Wir, Frau Timm und ich, wurden von Frau Dr. Schulte, der Geschichtslehrerin der Klasse 9 überaus herzlich begrüßt. Die Schüler hatten derweil den Versammlungsraum für ca. 30 Personen sinnvoll und praktisch eingerichtet; so konnte ich einige mitgebrachte Anschauungsmaterialien vor mir auslegen.

Im Vorfeld waren wird darauf vorbereitet worden, dass sich auch Vertreter der regionalen Tageszeitung WAZ und dem Mülheimer Wochenblatt Mülheimer Woche für die "Geschichtsstunde der besonderen Art" interessierten. Außerdem erschien noch ein Filmteam eines Duisburger Lokalsenders, die sich uns vorstellten und erklärten, woher sie kamen. Aufgrund des Stimmengewirrs habe ich nicht viel verstanden, erinnere mich aber, dass sie nichts Arges im Schade führten. sie holten sich höflich unsere Zustimmung ein, zwischendurch und anschließend filmen und interviewen zu dürfen. Das geschah im Laufe der Stunden recht häufig. Auch die Fotografen von den Zeitungen waren nicht faul und fotografierten, was das Zeug hielt.

Frau Timm begann auf ihre ruhige und natürliche Art, ihre Erlebnisse während der Hitlerzeit aus Berlin darzustellen, während ich hauptsächlich über das gegensätzliche Treiben innerhalb der verschiedenen Jugendorganisationen (Hitler-Jugend, bzw. CVJM) sowie den Schulalltag erzählte. Aufgrund der Fragestellungen wird deutlich, dass die Schüler sehr gut vorbereitet waren, Eine solch rege Beteiligung hatte ich bei meinen bisherigen Einsätzen in der Form noch nicht erlebt.

bis auf eine viertelstündige Pause dauerte die Geschichtsstunde von 11:45 Uhr bis 15:15 Uhr. DasInteresse ließ auch bei einigen Schülern danach nicht nach, denn meine ausgelegten Erinnerungsstücke wurden ausgiebig betrachtet und entsprechend nachgefragt. Die dazu gestellten Fragen und deren Beantwortung trugen schließlich zur weiteren Vertiefung des vorgetragenen Stoffes hoffentlich bei.

Mein Fazit:

Gefühlsmäßig waren die Ohren für unsere Darstellungen weit geöffnet gewesen. Bleibt zu hoffen, dass sie auch das Gedächtnis erreichen und haften bleiben.

Lehrerin zum Besuch der GE DU-Rheinhausen im Juni 2018

Ich möchte mich an dieser Stelle vielmals bei der Zeitzeugenbörse bedanken! Zum einen für den reibungslosen Ablauf und zum anderen für Ihre Zeitzeugenbörse selber. Den Schülern hat das Gespräch mit den beiden Zeitzeugen sehr gut gefallen. Ich habe tolle Rückmeldung bekommen.
Und durch die beiden Zeitzeugen und deren freundliche Art und Weise, mit den Schülern umzugehen und ihre Geschichten zu erzählen, konnte dieses doch so abstrakte Thema sehr schön abgerundet werden. Die Schüler haben wirklich erfahren können, dass der ganze Unterrichtsstoff nichts Theoretisches ist, sondern dass diese Ereignisse von Menschen hautnah miterlebt worden sind!

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Nachkriegsdeutschland

Heckmann mit seiner Klasse

Herr Heckmann blieb dann noch ein paar Jahre in der sowjetisch besetzten Zone, wollte aktiv am Aufbau einer wirklichen Demokratie mitarbeiten, ließ sich zum Lehrer ausbilden, bis die Bespitzelungen derart zunahmen, dass auch er wie viele andere in den Westen ging.

Nach seiner Übersiedelung 1954 in die BRD begann er eine kaufmännische Lehre und war anschließend in einer großen Möbelkette als leitender Angestellter tätig.

Aus der 1958 geschlossenen Ehe stammt eine Tochter, die auch heute noch mit ihrem Mann in seiner Nähe wohnt.

Kriegsende als Jugendlicher

Einberufung in die Deutsche Wehrmacht mit 16 Jahren

Es war schon Mitte Januar 1945, als die Arbeitsdienstzeit zu Ende ging. Horst Heckmann hoffte immer noch inständig, am 2.  Februar in Glücksburg auf der Padua antreten zu können; schließlich hielt er noch immer die Anheuerungsbestätigung in Händen. Jeder in der Abteilung hatte sie schon gesehen.

Die Koffer gepackt standen alle Arbeitsdienstleute auf dem Appellplatz und warteten auf die Verabschiedung in die Heimat.  Der Abteilungsführer hielt dann für die erwartungsfreudigen jungen Männer sinngemäß folgende unvergessliche, zynische und niederschmetternde Horrorrede:

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Schloßbrücke Mai 1936 – Mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Mülheim an der Ruhr
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