Lesung: Zwangsarbeit

NS-Verbrechen

Plakat, Lesung: Zwangsarbeiter, Februar 2019

Zwangsarbeit während der Dauer des Dritten Reiches ist eine europaweite Erfahrung ohne Beispiel und gehört zu den tiefschwarzen Kapitel der NS-Zeit. Sie war von Anfang an in der rassistischen Gesellschaftsordnung des NS-Staat verankert. Dieses vom Staat organisierte öffentliche Verbrechen wurde bereitwillig von der Volksgemeinschaft unterstützt. Zwangsarbeit wurde als Mittel der Aussonderung, der Erniedrigung und Entwürdigung eingesetzt und war Teil der Besatzungspolitik und der rassistischen Neuordnung Europas.

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Profil: Karl Heinz Ruthmann

Karl Heinz Ruthmann wurde am 02.12.1934 in Duisburg als jüngstes Kind einer fünfköpfigen Familie geboren. Sein Vater war traditionsgemäß Metzgermeister; als solcher kam er während der Kriegszeit zu einer Versorgungseinheit. Seine älteste Schwester fand schon bald nach ihrer Lehre in der Telefonzentrale in einem Forschungs- und chemischen Laborbetrieb  der Kriegsmarine an der Ostsee eine Anstellung. Die andere Schwester wurde mit ihrer gesamten Schule nach dem großen Bombenangriff auf Duisburg 1943 nach Böhmen und Mähren evakuiert. Es gelang der Mutter, sie mit Beginn der Flucht aus dem Ruhrgebiet zu sich zu holen.

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Die vier Kerzen

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße FRIEDEN. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden. Sie wollen mich nicht.“ Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße GLAUBEN. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“ Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die Kerze war aus.

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Der Christbaumständer

Beim Aufräumen des Dachbodens - ein paar Wochen vor Weihnachten - entdeckte ein Familienvater in einer Ecke einen ganz verstaubten, uralten Weihnachtsbaumständer. Es war ein besonderer Ständer mit einem Drehmechanismus und einer eingebauten Spielwalze. Beim vorsichtigen Drehen konnte man das Lied "O du fröhliche" erkennen. Das musste der Christbaumständer sein, von dem Großmutter immer erzählte, wenn die Weihnachtszeit herankam. Das Ding sah zwar fürchterlich aus, doch da kam ihm ein wunderbarer Gedanke. Wie würde sich Großmutter freuen, wenn sie am Heiligabend vor dem Baum säße und dieser sich auf einmal wie in uralter Zeit zu drehen begänne und dazu "O du fröhliche" spielte. Nicht nur Großmutter, die ganze Familie würde staunen.

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Säugling im Stall gefunden

Die folgende Geschichte soll zum Nachdenken anregen, wie unsere heutige Gesellschaft mit dem Wunder von Bethlehem umgehen würde.

Polizei und Jugendamt ermitteln

BETHLEHEM, JUDÄA: In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.

Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth, identifiziert wurde, die Sozialarbeiter davon abzuhalten. Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierte Ausländer, wollten die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.

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Dresdner Stolle

Es war im Kriegsjahr 1944, Weihnachten. Wir waren 9 Mädchen, alle 17 Jahre alt, und hatten in Beelitz bei Berlin den Befehl in der „Stellung 9648“ den Scheinwerfer zu bedienen. Heimaturlaub gab es nicht. Jede Woche aber fuhr ich mit einem Bauern in seinem Pferdegespann zu einem Ort, um unsere „Essensrationen“ und die „Feldpost“ abzuholen. Das war für uns ganz wichtig.

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