Die unzerbrechlichen Vielzweckschüsseln

Wir schrieben das Jahr 1938. Der alte Kochherd, im Ruhezustand mit blank gescheuerter Kochfläche und auf Hochglanz polierten Nickelteilen, war kurz gesagt Prunkstück und wichtigstes Mobiliar in unserer Wohnküche, bis er durch einen in weißem Emaille gekleideten sogenannten Elektroherd Konkurrenz bekam. Dem Elektroherd schrieb man unzählige bisher nie gekannte Eigenschaften zu, beispielsweise war die Hausfrau in der Lage, nur durch …

WeiterlesenDie unzerbrechlichen Vielzweckschüsseln

Wie ich an den Kochherd kam

Zu Beginn meiner ersten Ehe fragte meine Mutter anlässlich eines Besuches in meinem Elternhaus meinen Vater, ob er mir nicht gelegentlich Fleischwaren zu günstigeren Konditionen beschaffen könne. Schließlich betrieb mein Vater noch im Rahmen des großelterlichen Geschäftes traditionell eine Großschlachterei am städtischen Schlachthof in Duisburg-Meiderich. Da mein Vater sich fast ausschließlich mit dem Schlachten von Großvieh, also Rindern, befasste, wandte …

WeiterlesenWie ich an den Kochherd kam

Dresdner Stolle

Es war im Kriegsjahr 1944, Weihnachten. Wir waren 9 Mädchen, alle 17 Jahre alt, und hatten in Beelitz bei Berlin den Befehl in der „Stellung 9648“ den Scheinwerfer zu bedienen. Heimaturlaub gab es nicht. Jede Woche aber fuhr ich mit einem Bauern in seinem Pferdegespann zu einem Ort, um unsere „Essensrationen“ und die „Feldpost“ abzuholen. Das war für uns ganz …

WeiterlesenDresdner Stolle

Nachsatz zur Lesung: Essen und Trinken

Zwei Zeitzeugen lasen und erzählten am 14. Juni 2016 in der Buchhaltung am Löhberg Nr. 4 zum Thema Essen und Trinken. Sogenannte Tante Emma Läden vor und im II. Weltkrieg sowie noch in der Nachkriegszeit hatten ihre Stammkundschaft. Gekauft wurde nur so viel, wie eben benötigt wurde. Zum Einkauf brachte man Behältnisse für Öl und andere Flüssigkeiten mit.  Mehl, Zucker, …

WeiterlesenNachsatz zur Lesung: Essen und Trinken

Reichsmark, D-Mark und Euro

Herr B.: Preise, da kann ich also ein Beispiel sagen,  vom Kino. Wir gingen ins Dorf zum Kino, da war der Eintritt 10 Pfennig. 10 Pfennig! Und ich glaube, alle Plätze waren gleicher Preis. Ansonsten war also die Nahrung entsprechend billig, aber die Löhne, die waren ja auch sehr gering. Nicht, die reichten eben doch nicht so, weil eben am …

WeiterlesenReichsmark, D-Mark und Euro

Kolonialwarengeschäft, Brotsuppe und Porridge

Ich spreche jetzt von der Zeit 1935 ungefähr. Gewohnt habe ich seinerzeit in Beuten, Oberschlesien. Wir wohnten am Stadtrand und hatten da ein Kolonialwarengeschäft, wo aber die Lebensmittel, Mehl, Zucker usw., nicht voreingepackt waren, sondern wenn man kam, wurde eingepackt. Es war alles doch sehr einfach, und das Angebot an Lebensmitteln war doch sehr knapp. Das Geld war den einzelnen …

WeiterlesenKolonialwarengeschäft, Brotsuppe und Porridge

Nahrung vor, während und nach dem Krieg

Bevor man essen oder trinken kann, muss man erst mal einkaufen. Der Einkauf damals – in meiner Kinder- und Jugendzeit – unterschied sich wesentlich vom heutigen Einkauf. Einkaufszentren mit Selbstbedienung und Scannerkassen kannte man zur damaliger Zeit nicht. Es gab nur die sogenannten Tante-Emma-Läden. In jedem Stadtteil gab es Dutzende dieser Läden, und alle hatten ihre Stammkundschaft. Das war auch wichtig, …

WeiterlesenNahrung vor, während und nach dem Krieg

Die Ernährungslage nach dem Krieg

Monatliche Lebensmittelkarten waren nach dem Krieg und bis 1950 an der Tagesordnung. Zugeteilt wurde grundsätzlich alles: Sauerkraut, Eipulver, Trockenmilch, Steckrüben, Zündhölzer, Leuchtpetroleum, auch getrocknetes Gemüse; von der Bevölkerung auch als „Drahtverhau“ bezeichnet. Symptomatisch für die schlechte Ernährungssituation und für Bemühungen, sie zu verbessern, war folgende Anordnung, die in der überörtlichen  Presse veröffentlicht wurde: „Blumenbeete in den öffentlichen Parks und Gärten müssen …

WeiterlesenDie Ernährungslage nach dem Krieg